Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit – Sonderausgabe zum Jahreswechsel: Der Blockbuster „NATO from Foresight to Warfight“ oder „Tomorrow starts today!“

von Leo Ensel.    Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung teils verharmlosender, teils lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft – uns alle – an das Undenkbare zu gewöhnen und möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln. – In einer Sonderausgabe zum Jahreswechsel präsentiere ich hier erstmals ein sehenswertes Propagandavideo des Nato Defense College.

from Foresight to Warfight

Flotter NATO-Kalauer zur mentalen Kriegsvorbereitung. Eine von dramatischer Musik untermalte und künstlicher Intelligenz bebilderte 3:52 Minuten lange Dystopie im Auftrag des mächtigsten Militärbündnisses der Welt. Hören [und sehen] wir uns an, was auf dem Hintergrund eines bedrohlich pulsartigen Dauerstaccatos mit männlich-markanter Stimme und faszinierenden Katastrophenbildern hier präsentiert wird:

Das Original …

„We have a pretty good idea [Blick aus einem fiktiven Raumschiff auf den afrikanischen und europäischen Kontinent] of what the future of war looks like. Climate change [wir sehen Hochhäuser in einer Wüste] will affect not just trade routes, food supplies [verdorrte Maisfelder] and infrastructure, but also our military equipment [ein aus dem Wasser aufgetauchtes U-Boot]. Even more than in the past [gestartete Rakete] technology will povide decisive advantages: from AI [endloser Raum mit Superrechnern] to surveillance systems [Kommandozentrale mit zahllosen Bildschirmen], from drones [Drohnen- Heuschreckenschwärme] to hypersonic missiles [Rakete im Weltraum]. And yet, war [gesprochen: „waaar“] will remain an essentially human endeavor [menschliches Auge in Nahaufnahme], manipulating the opponent’s emotions and understanding will be just as important as denying access [blaue quallenartige Blasen in undefiniertem Raum] to our spaces. The human mind will be a battlespace [die Blasen haben sich in ein riesiges durchsichtiges Gehirn irgendwo zwischen Meeresoberfläche und Weltraum verwandelt] in it‘s own right. We will have to be ready to fight in cities [bis an die Zähne bewaffnete Krieger durchkämmen ein an Paris erinnerndes Stadtviertel], in space [Raumstationen im All], in the cyber domain [sich überlagernde Blitze], in the Arctic [Militärfahrzeuge im Eis] and on the high seas [Marineeinheiten unter einem tiefen, hellerleuchteten Wolkenhimmel]. We have to relearn the language of deterrence [ein mächtiger von einem Wolfsrudel umkreister Bär]. We expect the outlines of this future to emerge from 2030 onwards, we are in a race against time [Bär und Wölfe umkreisen sich immer noch bedrohlich]. There is only one hitch: Predicting the future of war [ein mittelalterliches mathematisches Buch, sich in ein HighTech-Experimentallabor verwandelnd] is a flawed enterprise by definition. We tend to overestimate technology [eine mobile auf einem Militärfahrzeug plazierte Abschussrampe] and underestimate our opponent’s capacity to adapt to it [ein Adler mit weiten Schwingen, hinter ihm eine Drohne]. We tend to forget that not everything about war will be new [ein mit Gewehr, später mit Panzerfaust bewaffneter Beduine – islamischer Krieger? – auf einem galoppierenden Schimmel]. Quite a lot will in fact be old [der Beduine auf dem Schimmel hat sich in einen HighTech-Krieger verwandelt, im Hintergrund eine Drohne]. We understand the trends [sich überschlagene Meereswogen], but not the timeline. And our opponents too have a vision of the future of war [futuristische Städte-Fata-Morgana] that suggests dangerous gaps on our end [artifizielle Puzzlestücke, durch einen undefinierbaren space hindurch wird die sterngekrönte Spitze eines Kremlturms erkennbar]. For some, war in the anthroposphere [ein aus Nervenspinnennetzen konstruierter artifizieller Menschenschädel] is not off limits, including psychopharmaceuticals [eine das Nervenuniversum durchkreuzende Medikamenten-Missile], attacks on the ecosystem, and weaponized bacteria [undefinierbare riesige Mikroorganismen, einen abgebrannten Wald durchkreuzend]. For other opponents [die blutrote Skyline einer Metropole unter dem Himmel der chinesischen Flagge] humans might not have to be in the loop of lethal decisionmaking [riesige von Monitoren bewohnte Kommandozentrale] by AI. Drone swarms coordinated by robot motherships [exakt das sehen wir AI-generiert] might sound like science fiction, but all good tech foresight does. And while all parties concerned [menschenleere Kommandozentrale, zahllose Ledersessel um einen exorbitanten runden Tisch] NATO and its adversaries are aiming for short wars, reality often has the last word [an Raketen erinnernde Kugelschreiber]. For NATO this means we have no time to lose [riesige rot erleuchtete digitale Zahlenziffern]. Tomorrow starts today [schemenhafte Krieger einen hellerleuchteten Bogen Richtung Licht durchquerend]. Your challenge, should you choose to accept it [ein riesiges Fernglas in aufdringlicher, fast pornohafter Nahaufnahme vor zwei Menschenaugen], is to take this foresight to warfight [undefinierbare Linien in einem undefinierbaren Raum].“

… und hier auf Deutsch:

„Wir haben eine ziemlich gute Vorstellung davon [Blick aus einem fiktiven Raumschiff auf den afrikanischen und europäischen Kontinent], wie die Zukunft des Krieges aussehen wird. Der Klimawandel [wir sehen Hochhäuser in einer Wüste] wird nicht nur Handelswege, Nahrungsmittelversorgung [verdorrte Maisfelder] und Infrastruktur beeinflussen, sondern auch unsere militärische Ausrüstung [ein aus dem Wasser aufgetauchtes U-Boot]. Mehr noch als in der Vergangenheit [gestartete Rakete] wird Technologie entscheidende Vorteile bieten: von KI [endloser Raum mit Superrechnern] bis zu Überwachungssystemen [Kommandozentrale mit zahllosen Bildschirmen], von Drohnen [Drohnen- Heuschreckenschwärme] bis zu Hyperschallraketen [Rakete im Weltraum]. Und doch wird Krieg [gesprochen: „waaar“] im Wesentlichen eine menschliche Angelegenheit [menschliches Auge in Nahaufnahme] bleiben, wobei die Manipulation der Emotionen und des Verständnisses des Gegners genauso wichtig sein wird wie die Verweigerung des Zugangs [blaue quallenartige Blasen in undefiniertem Raum] zu unseren Räumen. Der menschliche Geist wird selbst zum Schlachtfeld [die Blasen haben sich in ein riesiges durchsichtiges Gehirn irgendwo zwischen Meeresoberfläche und Weltraum verwandelt] werden. Wir müssen bereit sein, in Städten [bis an die Zähne bewaffnete Krieger durchkämmen ein an Paris erinnerndes Stadtviertel], im Weltraum [Raumstationen im All], im Cyberspace [sich überlagernde Blitze], in der Arktis [Militärfahrzeuge im Eis] und auf hoher See [Marineeinheiten unter einem tiefen, hellerleuchteten Wolkenhimmel] zu kämpfen. Wir müssen die Sprache der Abschreckung [ein mächtiger von einem Wolfsrudel umkreister Bär] neu lernen. Wir gehen davon aus, dass sich die Umrisse dieser Zukunft ab 2030 abzeichnen werden, wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit [Bär und Wölfe umkreisen sich immer noch bedrohlich]. Es gibt nur ein Problem: Die Vorhersage der Zukunft des Krieges [ein mittelalterliches mathematisches Buch, sich in ein HighTech-Experimentallabor verwandelnd] ist per Definition ein fehlerhaftes Unterfangen. Wir neigen dazu, die Technologie zu überschätzen [eine mobile auf einem Militärfahrzeug plazierte Abschussrampe] und die Fähigkeit unseres Gegners, sich daran anzupassen, zu unterschätzen [ein Adler mit weiten Schwingen, hinter ihm eine Drohne]. Wir neigen dazu zu vergessen, dass nicht alles am Krieg neu sein wird [ein mit Gewehr, später mit Panzerfaust bewaffneter Beduine – islamischer Krieger? – auf einem galoppierenden Schimmel]. Vieles wird in Wirklichkeit alt sein [der Beduine auf dem Schimmel hat sich in einen HighTech-Krieger verwandelt, im Hintergrund eine Drohne]. Wir verstehen die Trends [sich überschlagene Meereswogen], aber nicht den Zeitplan. Und auch unsere Gegner haben eine Vision von der Zukunft des Krieges [futuristische Städte-Fata-Morgana], die auf gefährliche Lücken auf unserer Seite hindeutet [artifizielle Puzzlestücke, durch einen undefinierbaren space hindurch wird die sterngekrönte Spitze eines Kremlturms erkennbar]. Für einige sind Kriege in der Anthroposphäre [ein aus Nervenspinnennetzen konstruierter artifizieller Menschenschädel] kein Tabu, einschließlich Psychopharmaka [eine das Nervenuniversum durchkreuzende Medikamenten-Missile], Angriffe auf das Ökosystem und als Waffen eingesetzte Bakterien [undefinierbare riesige Mikroorganismen, einen abgebrannten Wald durchkreuzend]. Für andere Gegner [die blutrote Skyline einer Metropole unter dem Himmel der chinesischen Flagge] müssen Menschen möglicherweise nicht in den Kreislauf tödlicher Entscheidungen durch KI einbezogen werden [riesige von Monitoren bewohnte Kommandozentrale]. Von Robotermutterschiffen koordinierte Drohnenschwärme [exakt das sehen wir AI-generiert] mögen wie Science-Fiction klingen, aber das tun alle guten technologischen Vorhersagen. Und während alle Beteiligten [menschenleere Kommandozentrale, zahllose Ledersessel um einen exorbitanten runden Tisch] – die NATO und ihre Gegner – kurze Kriege anstreben, hat die Realität oft das letzte Wort [an Raketen erinnernde Kugelschreiber]. Für die NATO bedeutet dies, dass wir keine Zeit zu verlieren haben [riesige rot erleuchtete digitale Zahlenziffern]. Morgen beginnt heute [schemenhafte Krieger einen hellerleuchteten Bogen Richtung Licht durchquerend]. Ihre Herausforderung, sollten Sie sie annehmen [ein riesiges Fernglas in aufdringlicher, fast pornohafter Nahaufnahme vor zwei Menschenaugen], besteht darin, diese Weitsicht in den Krieg‚foresight to warfight‘ zu tragen [undefinierbare Linien in einem undefinierbaren Raum].“

Endlich der klassische Kalauer, auf den fast vier Minuten lang abgezielt wurde!

PS:

Script and Creative Oversight stammen übrigens – hoch die Emanzipation! – von einer gewissen Florence („Russen sind keine Europäer“) Gaub. Picture, Motion & Sound von – Veganer bitte in Deckung gehen! – Ponywurst Productions: https://ponywurst.com/.

(wird fortgesetzt)

 

COMMENTS

WORDPRESS: 1
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    Horst Beger 23 Stunden

    Die Aktionäre und Lobbyisten der Rüstungsindustrie wie unser katholischer Bundeskanzler werden darüber schmunzeln, und das dumme Volk darf mit dem Segen Roms Karneval feiern und bezahlen.

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