ENDE DER GLOBALEN WELT

ENDE DER GLOBALEN WELT

Niemand weiß, wie in welcher Form der Messias in der Welt erscheinen soll. Wir stellen ihn uns als einen gewöhnlichen Menschen vor. Er könnte aber auch als eine Art Virus erscheinen. Das wäre übrigens ein guter Weg, Sünder von Gerechten zu trennen. Vor zehn Jahren diskutierten mein Freund und ich, ein berühmter russischer Philosoph, die Tatsache, dass die Menschheit in eine Sackgasse geraten ist und mit ihren eigenen Problemen nicht mehr fertig wird. Jemand müsse ihr also helfen. Tatsächlich standen wir in unserer Argumentation sofort vor einem Problem: In unserer Zeit ist es fast unmöglich, Sünder und Gerechte sowie Gut und Böse zu unterscheiden. Lange Zeit waren die Menschen so sehr darum bemüht, die Moral loszuwerden, dass sie selbst verwirrt sind. Vielleicht wenden sich deshalb viele religiöse Menschen an die Bibel, um zu verstehen, was heute vor sich geht – insbesondere an die Prophezeiungen des hebräischen Propheten Jesaja, die bereits im achten Jahrhundert v. Chr. gemacht wurden. Übrigens wird der Name „Jesaja“ aus dem Hebräischen direkt mit „von Gott gesandtes Heil“ übersetzt.

Jedenfalls kann man mit bei starkem Willen in den Prophezeiungen des Jesajas viele Parallelen zur Gegenwart finden. Zum Beispiel heißt es in Kapitel 26: „Geht, mein Volk, kommt in eure Kammern und verschließt eure Türen hinter euch, versteckt euch nur für einen Moment, bis der Zorn vorüber ist.“ Generell forderte die Prophezeiung eine Quarantäne, wie sie heute die Länder Europas und Amerikas folgen. Aber noch interessanter ist, dass die Kommentare zur Prophezeiung vor 1400 Jahren darauf hindeuteten, dass all dies am Vorabend des Passahfestes geschehen würde. Das heißt, am Vorabend des jüdischen Passahfestes, das wir heute erleben.  Wir werden jetzt nicht über Einzelheiten der Prophezeiung sprechen, wo der Hinweis auf Italien (und den Vatikan) als Quelle der europäischen Infektion und sogar der Krone zu vermuten wäre. Ich bin einfach kein Theologe oder Virologe, um ernsthaft über das zu sprechen, was geschieht.

Außerdem haben Ärzte und Wissenschaftler selbst schon so viele Interviews gegeben und so viele Meinungen geäußert, dass kein normaler Mensch in der Lage ist, all dies zu verstehen. Aber zum Beispiel einer der größten russischen Wissenschaftler auf diesem Gebiet, Professor Nikolai Filatow, ist absolut sicher, dass die Situation um das Coronavirus künstlich aufgebauscht wird. „Entweder brauchen es die Politiker“, sagt er, „oder einige Graue Eminenzen aus Wirtschaft und Finanzen, ich weiß es nicht. Aber um all das herum finden einige Spiele statt, bei denen auch Geld aus den Menschen herausgezogen wird. Die Medikamente sind wie irre ausverkauft. Jemand bietet Masken zu astronomischen Preisen an, jemand bietet Desinfektionstücher an, jemand bietet individuelle Schutzausrüstung, Bademäntel, Spezialanzüge und so weiter an. Von außen sieht das so aus, dass die Welt verrückt wird“.

Ich werde nicht von neuem darüber urteilen, ob die Welt verrückt wird oder nicht. Meiner Meinung nach ist das Wahnsinnsvirus in der Welt immer präsent. Es ist nur so, dass es manchmal friedlich schläft, und manchmal eskaliert es. Heute können wir nur eines mit Sicherheit sagen: Wie immer in einer kritischen Situation vereinigt sich die Welt nicht, sondern trennt sich. Wenn das Coronavirus wirklich so schrecklich ist, dann müssten sich Regierungen und Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern zusammenschließen, um das Problem zu lösen. Aber wir sehen einen anderen Prozess. Jeder versucht, sich selbst zu retten. Die Grenzen schließen sich. Von der berühmten Offenheit der Europäischen Union und der eurasischen Wirtschaftsunion ist nichts mehr übrig geblieben. Alle haben dichtgemacht.  Die Entwicklung des antiviralen Impfstoffs wird in China, den Vereinigten Staaten, Russland und in einigen anderen Ländern völlig unabhängig voneinander durchgeführt. Niemand beeilt sich dem Nachbarn zu helfen. Mehr noch, versuchen Nachbarn bereits sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben und einander zu verdächtigen. Und die Vereinigten Staaten erwägen grad jetztzum Beispiel neue Sanktionen gegen Russland wegen des Rückgangs der Ölpreise. Polen aber übertrifft alle. Die Zeitung Wyborcha veröffentlichte einen Artikel, der beweis soll, dass nun das Gebiet Kaliningrad (ehemals Königsberg) zu Polen hinzugefügt werden muss. Polen bleibt sich immer treu.

Die wichtigste Schlussfolgerung aber kann meiner Meinung nach schon jetzt gezogen werden: Die gegenwärtige Pandemie bedeutet den Beginn des Endes der Globalisierung. Man wird es vergessen. Und die Welt wird in die Nationalstaaten zurückkehren.

Jefim Bershin

Übersetzung: Kai Ehlers

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COMMENTS

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    Frank Werner 8 Monaten

    >Er könnte aber auch als eine Art Virus erscheinen. Das wäre übrigens ein guter Weg,
    >Sünder von Gerechten zu trennen.

    Solche Aussagen sind eine Zumutung und menschenverachtend.

    Und sie können sicher sein – und an den Folgen auch gerade in Russland sehen -, dass niemand die Situation „aufbauscht“. Aus solchen Aussagen spricht reines Unverständnis gegenüber einer komplexen Situation und der (menschlichen) Fehleinschätzung eines exponentiellen Verlaufes solcher Pandemien.

    Das solche eine Situation ausgenutzt wird – sei es wirtschaftlich oder politisch – ist leider nicht völlig zu vermeiden. Das war schon zu Zeiten der mittelalterlichen Pest nicht anders.

    Und Wissenschaftler und auch Regierungen arbeiten zusammen. Oft nicht ideal, es gibt unverbesserliche Populisten wie Trump, welche mit einer
    (wissenschaftlichen) Realität und den Fakten absolut überfordert sind. Manchen sind Abstimmungs- und Wahltermine wichtiger als der aufziehende
    Tsunami und man reagiert spät oder halbherzig.

    Und nein, die Globalisierung ist nicht beendet. Sie wird sich verändern. Aber nicht (nur) durch den Virus. Die Veränderungen haben schon vorher
    begonnen – durch neue Produktionsmethoden, Digitalisierung, Chinas Aufstieg, Entwicklung vieler Staaten der 3. Welt… Diese Entwicklung wird sich jetzt nur beschleunigen. Aber es ist definitiv nicht das Ende der Globalisierung und ein wiedererstarken der Nationalstaaten. Denn diese können die neuen Herausforderungen, wie den Klimawandel, nicht allein stemmen.

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    Anja Böttcher 8 Monaten

    Sehe ich nicht so. Dass vorrübergehend geographische Räume getrennt werden (wie ja auch die Menschen in den Städten physische Barrieren hinnehmen müssen für einige Zeit), ist doch keine dauerhafte politische Trennung. Auch gibt es eine Menge Kooperation: Cuba und China engagieren sich in Italien. Gegen Trumps Versuch, die Forschungsergebnisse der von deutschen Steuermitteln geförderten Firma CureVac exklusiv für die USA zu bunkern, steht das Beharren des Firmengründers Hoppe, sie der ganzen Menschheit zukommen zu lassen.

    Ich sehe nicht nur Egoismus, sondern viel Kooperation. Da es ohne gemeinsame Anstrengungen noch eine zweite und dritte Corona-Welle geben wird, wird Zusammenarbeit zunehmen.

    Nur die angelsächsischen Länder, Großbritannien und die USA, stehen außen vor. Wir sehen gerade die Selbstzerlegung der Dollar-Hegemonie.

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    Horst Beger 8 Monaten

    Der prophezeite Messias ist bereits vor zweitausend Jahren erschienen und hat sich mit der Erde und der Menschheit verbunden. Aber „die Hebräer“ haben das nicht erkannt und warten noch heute auf einen Messias. Der Dichterphilosoph Fjodor Michailowitsch Dostojewskij hat in der Erzählung „Der Großinquisitor“, einer Philosophie der Freiheit aufgezeigt, wer und warum verhindern will, dass das erkannt und ergriffen wird. Dass die Globalisierung auch „eine Falle ist, von der nur 20% der Menschen profitieren werden“, hat ein von der Gorbatschow-Stiftung(!)in San Francisco angeregter „globaler Braintrust“ schon vor 25 Jahren prophezeit. Und das von dem polnischstämmigen amerikanischen Sicherheitsberater Zbigniew Brzinski dort vorgeschlagene „tittytainment“, das heißt „Brot und Spiele“ für die übrigen 80% der Menschen gerät in Zeiten der Corona-Krise in Gefahr, zusätzliche Arbeitslose und Geringverdiener zu schaffen. Das wird die wirtschaftliche Globalisierung nicht beenden und die gegenseitige Schuldzuweisung verstärken, wie die militärische Aufrüstung des Westens gegen Russland zeigt.

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