WIE VIEL KOSTET EINE INSEL? – Trump beschloss, Grönland zu kaufen.

WIE VIEL KOSTET EINE INSEL? – Trump beschloss, Grönland zu kaufen.

Am 15. August berichtete The Wall Street Journal, dass US-Präsident Donald Trump und seine Mitarbeiter über den Kauf von Grönland diskutieren, das als autonomes Gebiet zu Dänemarks gehört. Viele waren überrascht. Ich war nicht überrascht. Warum überrascht sein? Ist Trump doch ein Geschäftsmann. Und das Wichtigste in unserem modernen Leben ist das Geschäft. Man kann alles kaufen und verkaufen. Warum also nicht Grönland kaufen? Schließlich ist bekannt, dass Grönland reich an Ressourcen ist und darüber hinaus eine ernsthafte geopolitische Bedeutung haben kann. Darüber hinaus hat heute der Kampf um die Arktis, um die arktischen Schelfe begonnen, deren Entwicklung für die Zukunft erhebliche Einnahmen verspricht. Darüber hinaus unterstützte Putin die Initiative des stellvertretenden Premierministers Alexander Chloponin, der vorschlug, zwei Schiffe für seismische Untersuchungen auf dem arktischen Schelf zu bauen. Und Chloponin, wie bekannt, überwacht die Probleme im Zusammenhang mit der Gewinnung von Mineralien. Nach einigen Angaben sollen die Schiffe noch in diesem Jahr gebaut werden. Deshalb, wie Analysten sagen, beschloss Trump, Grönland zu kaufen – um Russland in der Arktis zu widerstehen.

Seltsam, dass Trump nur über den Kauf von Grönland spricht. Schließlich gibt es andere Länder, deren Territorium in der Nähe der Arktis liegen. Man kann zum Beispiel Kanada, Schweden oder Norwegen kaufen. Und wenn man mehr Geld anhäuft, dann selbst Russland. Dann muss man nicht mehr mit ihm um die arktischen Schelfe konkurrieren. Militärisch gesehen haben die USA ohnedies bereits alles auf die Reihe gebracht. So hält Alexei Arbatow, Leiter des Zentrums für Internationale Sicherheit der Russischen Akademie der Wissenschaften, Trumps Idee für absolut dumm. „Sie haben eine strategische Luftwaffenbasis in Grönland sowie eine Frühwarnradarstation für Raketenangriffe. Wenn sie dort etwas entwickeln wollen, können sie rein: Bitte, zahlt Geld und grabt, holt es euch. In der heutigen Welt kauft man  doch keine Territorien mehr“, sagte Arbatow.

Übrigens ist dies nicht der erste Versuch Amerikas, Grönland zu kaufen. Bereits 1946, nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Europäer sehr arm und die Amerikaner reich wurden, bot der Präsident der Vereinigten Staaten, Harry Truman, Dänemark 100 Millionen Dollar für diese Insel an. Aber es hat nicht geklappt. Höchstwahrscheinlich wird es jetzt auch nicht kappen. „Wir sind offen für Geschäfte, aber nicht für den Verkauf“, sagte Ane Lone Bagger, Außenministerin Grönlands.

Aber das Interessanteste und Traurigste im modernen Business ist etwas Anderes. Jeder denkt an Geld, Geopolitik, nützliche Ressourcen, Einkommen, aber niemand denkt an Menschen. Auf der Insel Grönland leben Menschen. Amerikaner planen eine Insel mit Menschen zu kaufen? Und wurden die gefragt? Vielleicht wollen sie keine Ware sein? Aber das ist heute eine rhetorische Frage. Vieles wird von Trumps Verhandlungen mit den dänischen Führungskräften abhängen. Und diese Verhandlungen werden bald, Anfang September, stattfinden. Wir warten gespannt.

Efim Bershin

Übersetzung: Kai Ehlers

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COMMENTS

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    Thorsten Sopp 4 Wochen

    Hier zeigt sich wieder mal das Herr Trumph kein Ehrgefühl hat, ich finde es schon unverschämt darüber überhaupt nachzudenken einen Volk sein Land aufkaufen zu wollen. Denkt dieser Mensch eigentlich vorher darüber nach bevor er etwas veröffentlicht? Ich glaube eher nicht. Ich denke es ist an der Zeit ihm einen Betreuer an die Seite zu stellen.