Russlands präventiver Krieg

Russlands präventiver Krieg

[von Bernd Murawski] Die militärische Intervention Russlands in die Ukraine war seit der Rede Wladimir Putins vom letzten Montag abzusehen. Da die russische Regierung eine Zurückweisung ihrer sicherheitspolitischen Initiative durch den Westen erwarten konnte, ist davon auszugehen, dass der Plan bereits seit Dezember letzten Jahres existiert.

Unübersehbar sind die Parallelen zum Jahr 2008, als die russische Armee nach Abwehr der versuchten Einnahme Südossetiens durch Georgien in dessen Kernland vordrang und Kriegsgerät zerstörte. Es gibt aber auch einen aktuellen Fall, der zum Vergleich herangezogen werden kann: die bis heute anhaltenden Schläge der israelischen Luftwaffe gegen Stellungen der Hizbollah in Syrien. In israelischen Regierungskreisen wird ebenso wie im Kreml argumentiert, eine potenzielle Bedrohung für das Land eliminieren zu müssen.

Angesichts der scharfen westlichen Reaktion auf die russischen Militärschläge erstaunt, wie dieselben Medien vergleichbare israelische Aktivitäten totschweigen und kein Politiker nach Sanktionen ruft. Den Westen geht es offenbar weniger darum, ob das Völkerrecht gebrochen wird. Er beansprucht vielmehr die Deutungshoheit zu entscheiden, wer dies darf und wer nicht. Ein Beispiel für doppelte Standards par excellence.

Der Vergleich mit Israels Militärdoktrin

Sowohl Israel als auch Russland verweisen auf eine Bedrohung ihrer Bürger durch Militärstützpunkte in Nachbarländern. Es sei dahingestellt, ob diese real oder eingebildet ist oder die Argumentation womöglich einem politischen Kalkül unterliegt.

Dagegen mussten die Nato-Staaten bei den militärischen Interventionen der letzten Jahrzehnte jedes Mal tief in die Trickkiste greifen. Fanden sich keine überzeugenden Gründe, dann wurden sie kreiert: Grausamkeiten gegenüber Zivilisten und humanitäre Katastrophen (Irak I, Kosovo, Libyen), bevorstehender Einsatz von Massenvernichtungswaffen (Irak II), globale Bedrohung durch militante Islamisten (Afghanistan, Syrien). Während die Raketenangriffe Israels und Russlands die Regierungen der betroffenen Länder allenfalls erschüttern, zielten die militärischen Aktionen der Nato-Staaten auf deren direkten Sturz.

Dass Russland – wie auch Israel – bei den eigenen Militäroperationen zurückhaltender agiert und keine Okkupation von Gebieten anstrebt, erklärt sich aus dem Bestreben, die eigenen Verluste minimal zu halten. Ferner lässt sich dies dahingehend interpretieren, dass tatsächlich die eigene Sicherheit das primäre Ziel ist. Wladimir Putin betont in seiner Rede zu Beginn der Operation ausdrücklich, dass es nicht die russische Absicht ist, die Ukraine erobern und beherrschen zu wollen. Sie soll vielmehr daran gehindert werden, als Aufmarschgebiet der NATO zu fungieren.

Westliche Interventionen wurden dagegen fast ausnahmslos aus geostrategischen Gründen unternommen oder um Zugang zu den Rohstoffen der Länder zu erhalten. Dies ist deshalb offensichtlich, weil sich die vorgeschobenen Begründungen ausnahmelos als False-Flags erwiesen haben: die Brutkastenlüge und die nicht auffindbaren Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins (Irak), widerlegte Behauptungen von Massakern und Hufeisenplan (Kosovo), die nie nachgewiesene Verantwortung der Taliban für die 9/11-Anschläge (Afghanistan), die Nicht-Existenz eines Genozidplans Muammar Gaddafis (Libyen).

Im Gegensatz zu den meisten anderen Staaten verfügen sowohl Israel als auch Russland über militärische Potenziale, um ihren Sicherheitsängsten Taten folgen zu lassen. Dabei setzen sie sich unbestreitbar über völkerrechtliche Bestimmungen hinweg. Wie alle UN-Mitglieder sind sie nämlich verpflichtet, die Unversehrtheit anderer Staaten zu respektieren. Nicht einmal sind unmittelbare Bedrohungen zu erkennen, die einen Präventivschlag rechtfertigen würden. Daher wäre ein militärisches Eingreifen nur zulässig, wenn ein Beschluss des UN-Sicherheitsrats vorliegt, in dem zugleich über Zweck, Art und Umfang der Operation befunden wird.

Die unterschiedlichen Reaktionen des Westens

Was Israel und Russland unterscheidet, ist die Reaktion des Westens. Wenn die israelische Führung eine Bedrohung der eigenen Staatlichkeit beschwört, kann sie weitgehend mit positivem Widerhall in westlichen Medien rechnen. So wurde eine Äußerung des früheren iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, dass er Israel von der Landkarte tilgen wolle, fast inflatorisch zitiert. Weder störte es, dass die Aussage falsch wiedergegeben wurde, noch wurde erwogen, dass es sich um eine schillernde Rhetorik handeln könnte, deren Hauptadressaten die eigenen Bürger sind. Bis heute existieren große Zweifel, ob Israel jemals akut bedroht war. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei den Aktionen gegen die Hizbollah und Stützpunkte des Iran in Syrien um Racheakte oder Provokationen handelt.

Im Gegensatz zu Israel ist Russland schon seit längerer Zeit Opfer westlicher Diffamierungen und Falschdarstellungen. Für den vorliegenden Fall des Ukrainekonflikts hat die Interpretation der Maidan-Ereignisse eine Schlüsselfunktion. Im Jahr 2014 kamen noch vereinzelt kritische Reporter und Autoren aus dem Mainstream zu Wort, wenn sie auch die westliche Medienfront nicht durchbrechen konnten. Erwähnt seien Fernsehreportagen, die Schüsse aus dem von Maidan-Anhängern gehaltenen Hotel Ukraina belegen, oder der Artikel Reinhard Merkels in der FAZ, der den Abschied der Krim aus dem ukrainischen Staatsverband als Sezession charakterisierte. Damals bereitete vielen die Verteidigung der westlichen Position Probleme, weshalb sich das deutsche Auswärtige Amt veranlasst sah, ein Argumentationshandbuch herauszugeben.

Zum heutigen Zeitpunkt sind diese Ereignisse erfolgreich aus der Realität getilgt worden. Der Beginn des Ukrainekonflikts wird auf die „Annexion“ der Krim datiert, die wie die Unterstützung der ostukrainischen Rebellen als aggressiver Akt Russlands kommuniziert wird. Das Abrutschen der Ukraine zum ärmsten Land Europas, die Schließung oppositioneller Fernsehkanäle, das Ethnien-Gesetz, die gezielte Unterdrückung der russischen Sprache – kaum etwas davon dringt an die westliche Öffentlichkeit. Da Kiews destruktive Haltung zu Minsk II jahrelang gedeckt wurde, fällt es gegenwärtig leicht, Russland der Beerdigung des Abkommens zu bezichtigen.

Russlands Verzicht auf Rücksichtnahme

Indem sich die Medien und Politiker des Westens mit immer neuen Schuldzuweisungen auf die russische Führung stürzen, scheinen sie nicht wahrzunehmen, dass die Bereitschaft Moskaus zur Rücksichtnahme auf westliche Befindlichkeiten endgültig vorbei ist. Ebenso ist die russische Angst vor Sanktionen weitgehend verflogen. Neben den fortgesetzten Diffamierungen war für die veränderte Haltung des Kreml letztlich der Unwillen des Westens ausschlaggebend, russische Sicherheitsinteressen ernst zu nehmen.

Es ist hierbei anzunehmen, dass die von der russischen Regierung geforderte europäische Sicherheitsarchitektur dem weitergehenden Ziel dienen sollte, die Spannungen insgesamt abzubauen. Es wäre ein erster großer Schritt in Richtung gegenseitigen Verständnisses gewesen, mit der allmählichen Rückkehr eines Vertrauensverhältnisses und der Perspektive verstärkter Kooperation. Den Hintergrund bildet die bereits vollzogene Wendung Russlands nach Asien, sodass die Sicherheitsinitiative als letzter Versuch einer Umkehr betrachtet wurde.

Dagegen erscheint die zuweilen beschworene Gefährdung der Existenz Russlands nicht das aktuelle Hauptproblem zu sein. Angesichts seiner Atomwaffen-Zweitschlagkraft dürfte Russland nicht real bedroht sein. Sollte die Ukraine in Nato-Strukturen integriert und Stützpunkte auf ihrem Territorium errichtet werden, würden sich die Gefahren angesichts der kürzeren Vorwarnzeit beträchtlich erhöhen. Dennoch soll nicht ignoriert werden, dass gleichwohl der Westen ein erhöhtes Risiko durch einen Gegenschlag trägt, weshalb ein Interesse an notwendigen Vorkehrungen bestehen sollte.

Indem sich die russische Regierung legitimiert sieht, eigene Interessen fortan kompromisslos zu verfolgen, nutzt sie die westlichen Praktiken der letzten Jahrzehnte als Blaupause: Es wird der Genozid-Begriff verwendet, der Konflikt zwischen der Unversehrtheit der Staaten und dem Selbstbestimmungsrecht der Völker wird gemäß der eigenen Interessen „gelöst“, ein Recht auf militärische Intervention wird beansprucht, sogar der Zugriff auf Vernebelungstaktiken und False-Flag-Aktionen wird nicht gescheut. Trotz des Makels der Völkerrechtswidrigkeit stößt die russische Militäroperation dennoch vielerorts auf Verständnis, zumal die Interessen Russlands jahrelang ignoriert wurden. Außerdem scheint sie weit unterhalb vom Niveau westlicher Militäraktionen zu verbleiben.

 

COMMENTS

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    Anja Böttcher 6 Monaten

    Ich habe Russland.ru, das ja lange mit jungen russischen Journalisten zusammengearbeitet hat und einige Zeit auch dem Forum des Petersburger Dialogs Raum bot, für eine an einem ernsthaften Dialog arbeitende solide Webseite gehalten. Aber angesichts einer derart zynisch-dummen Apologie des durch nichts zu rechtfertigenden Irrlaufs der Politik des Kremls wie in diesem Artikel sind die Unterschiede zu dem bodenlos propagandistischen RT Deutsch kaum noch auszumachen.

    Wer der gespenstischen einstündigen Kriegserklärung Wladimir Putins in Gänze zugehört hat, wer die wirre Mischung aus pseudomythischer imperialer Apologie, völkischer Anmaßung und aggressiver Negation aller grundlegenden Prinzipien des Völkerrechts und der internationalen Friedensordnung zur Kenntnis genommen hat, der muss schon bereit sein, seinen Verstand, seine Moral und seine Empathiefähigkeit völlig korrumpiert haben, um für das, was da geschieht, auch nur ein einziges entschuldigendes Wort zu finden.

    Hier ist nicht nur Recht gebrochen worden, sondern Wladimir Putin hat jeden einzelnen Grundpfeiler internationalen Rechtsordnung, inklusive der UN-Menschenrechtscharta komplett zerschmettert – und seine Verachtung für die die 1948 unter seiner Beteiligung geschaffene Weltordnung vor aller Augen demonstrativ zur Schau gestellt, indem er diesen völkerrechtswidrigen und verbrecherischen Angriffskrieg ausgerechnet in dem Moment endgültig lostrat, als der UN-Sicherheitsrat darüber tagte. Man glaube nicht, dass auch nur ein einziger weltweit tätiger Diplomat den unglaublichen Affront nicht nur gegen den Westen, sondern die gesamte Nachkriegsordnung, den die von allen guten Geistern verlassene russische Regierung sich da geleistet hat.

    Und auch hier zeigt sich bereits, dass Größenwahn in der Politik in seiner Unzurechnungsfähigkeit immer auch genauso selbstmörderisch ist, wie es eine tödliche Bedrohung für andere darstellt: Denn bei nüchterner Betrachtung der geopolitischen Kräfteverhältnisse hat Russland mit dieser kategorischen Aufkündigung des Prinzips der territorialen Integrität perspektivisch für den langfristigen Zusammenbruch seiner Grenze nach Asien gesorgt. International isoliert, hat es sich zum Status von Chinas Tankstelle degradiert und ist auf Dauer einem genüsslich wartenden geopolitischen Großspieler ausgelierfert, der genüsslich nur darauf warten muss, dass die Zentrifugalkräfte wirtschaftlicher Erosion die provokative Erzeugung genau solcher Unruhen im chinesisch-russischen Grenzgebiet dem Giganten China die Schussvorlage ermöglicht, mit just der gleichen abgeschmackten Begründung der eigenen Sicherheitsinteressen sich große russische Gebiete und damit den kostenfreien Zugang zu Rohstoffen einzuverleiben.

    Was hat Wladimir Putin in seiner für jeden öffentlich zugänglichen Rede gemacht? Er hat jedem Ukrainer die Menschenwürde und das Recht auf Selbstbestimmung kategorisch abgesprochen. Er hat der ukrainischen Bevölkerung die Fähigkeit zur Staatlichkeit generell abgesprochen – und das mit einer völlig verqueren völkisch-mythischen Geschichtsexegese. Er hat sich selbst, als personaler Instanz, das Recht angemaßt, zu bestimmen, wie Ukrainer zu leben haben, was ihnen wesensgemäß sei und was sie als ‚fremde‘ Pervertierung zu betrachten hätten, die er ihnen leider als ihr selbsterklärter Patriarch mit der Peitschenkraft von Bombardierung und gewaltsamer Invasion austreiben müsse. Er hat eine gewählte Regierung, einen demokratisch legitimierten jüdischen Präsidenten in einem vulgären Sprech, der seinesgleichen auf der Welt außerhalb des Irans und Nordkoreas nicht findet, als Nazi, Faschist und Drogensüchtigen beschimpft.

    Wer das nicht als bodenlos erkennt, dem ist nicht zu helfen – und der ist auch kein Freund Russlands und der Russen, sondern ein Apologet eines zum wahnwitzigen Tyrannen mutierten faschistoiden Ideologen, der gerade sein eigenes Land in den Abgrund stürzt.

    Denn was wird dieser Krieg mit Russland anstellen? Die ganz sicher alleine durch binationale Familien in Russland kursierenden Bilder von Zerstörung und zivilem Tod einer sich verbittert wehrenden Bevölkerungsmehrheit der Ukraine wird den Rückhalt der russischen Regierung unter der urbanen jungen Bevölkerung komplett erodieren lassen. Die gesamte gebildete Schicht Russlands wird zudem die weitgehende Isolation des Landes und das Ende von Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit in Wissenschaft, Kultur und Politik so schmerzlich zu spüren bekommen, dass jeder, für den Xis China kein Ort ist, an dem er leben möchte, das Land verlässt.

    Die wirtschaftliche Schwäche Russlands, seine eklatante wirtschaftlich-technologische Rückständigkeit eine sich durch den langfristigen Einbruch des Rohstoffexports entwickelnde finanzielle Schwächung wird es Moskau zunehmend erschweren, seine östlichen Republiken weiter an sich zu binden. Zunahme von Unruhe in der Peripherie und eine massive Abwanderung aller gut ausgebildeten Jungen bis 40 wird eine Implosionsspirale in Gang bringen, die sich ab einem bestimmten Kipppunkt nicht mehr zurückdrehen lassen und explosiv beschleunigen wird.

    Putin hat für sein Riesenland perspektivisch das Todesurteil gesprochen – es sei denn, sie werden ihn schleunigst los, was angesichts der eifrigen Säuberungen von oppositionellen Kräften schwer möglich werden sollte. Dass es kein Jahr dauern wird, bis ihn die Mehrheit der Russen loswerden möchten, daran habe ich wenig Zweifel.

    Denn die ukrainische Bevölkerung wird sich in keinen Status quo der Unterwerfung schicken. Keine von Putin eingesetzte Marionettenregierung wird akzeptiert werden. Wenn bewaffneter Widerstand nicht reicht, wird Resielienz, Boykottverhalten und breite Abwanderung von Jungen und Familien, solange der gehasste russische Despot seine Hände auf dem Land hat, wird das Land für Russland unendlich teuer machen – während die familiären Verflechtungen dafür sorgen werden, dass die Verachtung und der Hass gegen die russische Regierung auf der gesamten russischen Bevölkerung als Vorwurf spürbar lasten werden, bis sich diese gegen ihre Regierung auflehnt.

    Dieser Text ist eine Selbstdiskreditierung dieses Portalsf, die ich nicht für möglich gehalten hätte! Besonders perfide ist dabei der Versuch, für die Apologie der verbrecherischen Politik eines größenwahnsinnigen Narzissten mit einem schrägen Israelvergleich aufzufahren, der zusätzlich das Verrutschen aller ethischen und politischen Maßstäbe des Autors offenbart. WEr mit diesem geopolitisch wie humanitär katastrophalen Schritt die Luftschläge der israelischen Regierung gegen eine vom Iran finanzierten Terrormiliz im Libanon gleichsetzt, wer so tut, als sei die Auslöschung des israelischen Staats nicht eines der immer wieder bekundeten außenpolitischen Kernziele des iranischen Mullahregimes (freilich nicht der iranischen Bevölkerung), sondern hier läge nur eine zu unrecht immer wieder medial hochgespielte einmalige verbale Entgleisung eines einzigen iranischen Präsidenten vor, der hat ein grundlegendes Problem mit der Anerkennung empirischer Wahrheit.

    Dies hier kam mir viele Jahre als honoriges Unterfangen vor, das Unterstützung verdient. Das jedoch ist – ebenso wie die Hoffnung auf ein kooperatives Verhältnis zu Russland – endgültig Geschichte – zumindest, solange das das nicht mehr zurechnungsfähige Personal dieser russischen Regierung den Weltfrieden bedrohen kann.

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      Guten Tag Frau Böttcher,

      mir ist nun wirklich nicht klar, warum Sie uns angreifen und in eine Linie mit RT stellen. Nicht nur, dass unter den Kommentaren steht:
      „Die Kommentare und Analysen müssen nicht zwingend die Meinung der Redaktion von Russlandkontrovers und russland.NEWS wiedergeben.“

      So haben wir in unserer Berichterstattung in den Nachrichten und auch auf unserem Youtube-Kanal versucht so objektiv wie möglich zu berichten.

      Ferner liefern wir Ihnen hier sogar ein Forum, sich sachlich mit den Kommentaren auseinanderzusetzen und diese zu kritisieren. Das werden Sie bei RT nicht haben.

      Auch sind wir immer noch Mitglied im Deutsch-Russischem-Forum und sind auch beim Petersburger Dialog, der leider von der deutschen Seite gestoppt wurde.

      Wir sind hier nicht auf einer Querdenker-Demo, bei der alles, was denen nicht passt gleich irgendeine Propaganda ist.

      Wir haben auf russland.news gerade jetzt ein breites Spektrum zu dem bewaffneten Konflikt in der Ukraine auf das wir voller Stolz sagen, wir machen unsere Journalistische Arbeit so objektiv wie möglich und geben zusätzlich zu den Nachrichten auch unterschiedlichen Kommentatoren einen Raum.

      Wenn Sie nur eine Sicht der Dinge wünschen, sollten Sie für die russische Sicht RT wählen und für die westliche Sicht die BILD.

      Mit besten Grüßen
      Gunnar Jütte

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        Anja Böttcher 6 Monaten

        Guten Tag Herr Jütte,

        es wäre außerordentlich bedenklich, wenn in diesem Land ausschließlich der Springerkonzern die Gültigkeit der internationalen Rechtsordnung, der Charta der Vereinigten Nationen und der Allgemeinen Menschenrechte – und damit auch des Grundgesetzes als verbindlich und somit nicht verhandelbar vertreten würde.

        Ich habe oben ausgiebig dargelegt, dass all dies die russische Regierung nicht nur verletzt, sondern demonstrativ öffentlich eingerissen hat. Wer da so tut, als könne man dazu irgendeine andere Sicht haben, ohne den Boden des Grundgesetzes zu verlassen, der setzt blinde Apologie und personenbezogene Ideolatrie über alle Rechtsgrundsätze.

        Dass seit der gespenstischen Rede Putins, die sich just der gleichen rechtsesoterischen Ideologeme bedient wie die Gedankenwelt Oswald Spenglers oder Alfred Rosenbergs, und dem anschließenden verbrecherischen Angriffskrieg gegen die gesamte Ukraine eine erdrutschartige Verschiebung stattgefunden hat, die keinem auf der verfassungsmäßigen Grundlage stehenden Bürger dieses Landes eine Relativierung der russischen Politik mehr ermöglicht, zeigt, dass selbst Russland so weitgehend verbundene Menschen wie Mathias Platzeck oder Gregor Gysi hier Raum sehen, irgendetwas zu entschuldigen.

        Es ist bezeichnend, dass sie weder auf meine ausgiebige Argumentation noch auf die parteiübergreifende Einhelligkeit in der deutschen Politik, von Union bis zur Linken, sowie das übereinstimmende Urteil internationaler Analysten eingehen, um sich stattdessen in billige Polemik zu flüchten. Genau das ist bedenklich – und genau das hätte ich bislang nicht für möglich gehalten.

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          Hallo Frau Böttcher,

          üblicherweise kommentieren wir hier überhaupt keine Kommentare unserer Leser.
          Wir haben genug damit zu tun unsere Seite russland.news und unseren Youtube-Kanal zu aktualisieren.
          Ich sehe es auch nicht als unsere Aufgabe hier als Mitarbeiter von russland.RU zu kommentieren.
          Wir kontrolieren die Kommentare unserer Leser und schalten sie dann frei. Sie müssen frei von persönlichen Beleidigungen sein und dem Stil dieser Seite angemessen.
          Wenn uns aber jemand in die Ecke von Putins Propaganda Kanälen stellen will, dann nehme ich dazu offiziell Stellung.
          Ich denke, dass unsere Berichterstattung dafür spricht, dass wir nicht, wie von Ihnen behauptet, Kremlpropagandisten sind.
          Wir werden auch in Zukunft keine offiziellen Postings hier machen, außer jemand beleidigt uns, wie Sie, direkt.

          Paka
          Gunnar Jütte

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    Gunther Leschik 6 Monaten

    Bitte keine Beleidigungen gegen irgendwem!
    Nur Fakten:
    Die NATO Osterweiterung ist abgeschlossen / gestoppt !
    Das tut dem Westen noch eine Weile weh , da muss er jetzt durch.

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    Stefan 6 Monaten

    @Werner. Und die Führung unseres Landes kümmert sich zu 100% um ihr Volk. Sie lässt andere Länder bombardieren, nur aus Liebe zu unserem Volk (siehe den lesenswerten Artikel oben). Die Liebe geht so weit, dass unsere Führung bestimmt, was wir lesen und was wir denken. Kanäle werden gesperrt, die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist dermaßen weltfremd und falsch, dass es Leute wie ihnen nun rätselhaft ist was da in der Ukraine passiert. Sie wundern sich, weil unsere rührenden Führer uns eine einfache Weltsicht eingehämmert haben, in der es nur gut uns böse gibt. Vor komplizierteren Zusammenhängen wurden wir dankenswerterweise verschont. Und so können wir uns das uns Unverständliche nur mit der Diagnose „geisteskrank“ erklären. Natürlich nicht bei uns, sondern bei dem bösen Fremden.

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      Anja Böttcher 6 Monaten

      Meine fremdsprachlichen Fähigkeiten reichen durchaus aus, um mir weltweit die Inhalte von Nachrichtenportalen wie fachwissenschaftlichen Webseiten in den Sprachen Deutsch, Englisch, Niederländisch, Französisch und zur Not auch Italienisch und Spanisch anzueignen. Da auch Länder, in denen keine dieser Sprachen die Landessprache ist, Auslands- oder Wissenschaftsportale auf Englisch oder Französisch veröffentlichen, kann ich sicher sagen, über den heimischen Tellerrand hinaus informiert zu sein.

      Auch verfüge ich, als ausgebildete Philologin über die exegetischen Fähigkeiten, in Veröffentlichungen säuberlich zwischen dem Informationsgehalt und Tendenzen in der Darstellung unterscheiden zu können – und bin genügend mit Methoden wissenschaftlicher Quellenkritik vertraut, um beurteilen zu können, wie evidenzbasiert das ist, was einer schreibt.

      Dies einbeziehend kann ich Brief und Siegel darauf geben, dass es keine international ernstzunehmende Fachdarstellung dieses Krieges gibt, die irgendeinen Zweifel daran lässt, dass es sich hierbei um einen verbrecherischen unilateralen Angriffskrieg handelt, für den es nicht die geringste politische Berechtigung gibt und mit dem Russland zweifelsfrei sämtliche Prinzipien des Völkerrechts bricht.

      Als besonderen Affront verstehen dabei unisono die internationalen, dass Russland die Dreistigkeit besaß, diesen verbrecherischen Angriffskrieg vom Zaun zu brechen, während der Sicherheitsrat der Vereinigten Nationen darüber tagte.

      Nicht die Anerkennung, sondern die Leugnung der Tatsache, dass sich Russland hierdurch zu einem internationalen Pariastaat gemacht hat, zeugt also von einem krassen Verlust des eigenen Realitätssinns. Dies klar als das zu bezeichnen, was es ist, hat also nichts mit der Uniformität unserer Medien, sondern mit der Eindeutigkeit des vorliegenden Sachverhalts zu tun. Allerdings frage ich mich, wie irgendwer blinde politische Apologie so weit treiben kann, dass er sich öffentlich dazu bekennt, das Leben von 44 Millionen unschuldig angegriffenen Ukrainern zynisch zu verachten. Dieser Angriffskrieg ist endgültig der Punkt, an dem es nichts, aber auch gar nichts mehr zu entschuldigen gibt.

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        Humml 6 Monaten

        Nun da sehen wir doch mit Interesse einer Auflistung dieser „international ernstzunehmende Fachdarstellungen dieses Krieges“ entgegen, zumal die von ihr ausführlich dargelegte eigene Befähigung keinerlei Anhaltspunkte dafür liefert, „ernstzunehmend“ und „Fach-“ in diesem Kontext überhaupt beurteilen zu können.

        Dessen ungeachtet verfügt sie öffenbar über völlig unzureichende Kenntnisse hinsichtlich der innenpolitischen Lage der Ukraine seit den Ereignissen 02/03 2014, derenthalben dieselbe eigentlich von Rechts wegen hätte in Grund und Boden sanktioniert werden müssen.

        Von der ihr seitens des Westens zugedachten geopolitischen und militärischen Funktion brauchen wir da gar nicht reden – keiner auf dieser sog. Sicherheitskonferenz hat widersprochen, als da die Absicht zur Herstellung von Kernwaffen verkündet wurde…

        Das ist natürlich völlig unerheblich für die „freie Welt“, die diese ihre braune Brut doch ganz nützlich findet, soweit sie Russen schlachtet, den Untermenschen, der da einst vor jeder Tür stand, nachdem es nicht gelungen war, ihm das gleiche Schicksal, wie dem Juden angedeihen zu lassen, auch wenn man in absoluten Zahlen da doch wesentlich erfolgreicher war.

        Aber dieser sich zunehmend aufblähende Wasserkopf sog. Geistesschaffender, den wir im Westen uns da leisten – weil wir es können -, ist für seine Eigenarten, die besonders durch eine selektives Gedächtnis und eine gestörtes Verhältnis zu Kausalität und fundamentaler Logik auffällig sind, hinlänglich bekannt – vom „Recht“ brauchen wir da gar nicht anzufangen, das ist sowieso schon der „regelbasierten Ordnung“ zum Opfer gefallen – Empathie, gar noch für Russen – vergessen wir es.

        Diese billigen Friedensengel, die da überhaupt kein Problem mit Kriegen haben, die man nicht sieht, wo man den Leute einfach das Hirn wegbläst und sie dann verrecken läßt, sind einfach nur widerlich…

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          Anja Böttcher 6 Monaten

          Ich schätze mal, als jemand, der seit Jahren mit Geflüchteten aus allen Kriegen in unsere weiteren geographischen Umgebung zu tun habe, deren Genese sich allerdings erheblich komplexer ausnimmt, als blinde Apologeten brachialer Machtpolitik, wenn sie nur dem eigenen Gusto entspricht, bereit sind anzuerkennen, sind mir die Folgen von Kriegen stärker vor Augen als ihnen.

          Dass übrigens die russische Diplomatie ihren eigenen propagandistischen Behauptungen, die demokratisch gewählte Regierung der Ukraine sei eines „Genozids“ an normaler russischsprachiger Bevölkerung der Ukraine schuldig, selbst nicht glaubt, zeigt ihr auffälliges Versäumnis dergleichen je vor dem UN-Sicherheitsrat eingebracht und durch Beweise belegt zu haben, da dies das einzige Gremium ist, das befugt ist, die Entsendung von Truppen in ein entsprechendes Land zu schicken, bevor sie tatsächlich das Land, dem sie dies vorwarf, mit einem völkerrechtswidrigen und verbrecherischen Angriffskrieg flächendeckend überzog. Und auch zu diesem Anlass legte der Vertreter Russlands nichts, aber auch gar nichts an Beweislast vor.

          Die neutralsten Stellungnahmen, die es zum Donbass gibt, sind die Berichte der OSZE-Beobachtermission. Diese legen solche Behauptungen mitnichten nahe, sondern konstatieren lediglich immer wieder erfolgende Brüche von Vereinbarungen beider Seiten und eine desaströse Menschenrechtslage für die Bewohner der von Separatisten befehltigten „Volksrepubliken“.

          Was aber Ihre glänzend belegte historische Unkenntnis betrifft, empfehle ich Ihnen mal ein klein wenig Quellenforschung, zum Beispiel das Studium von Heinrich Himmmlers Schrift „Zur Behandlung der Fremdvölkischen im Osten“. Der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion bezog sich unterschiedslos gleicherweise gegen alle slawischen Einwohner auf dem Territorium der Sowjetunion. Wenn Täterenkel nun anfangen, aus der apologetischen Bewunderungsstarre für einen skrupellosen völkischen Ideologen und Schlächter im Kreml die Opfer ihrer Großväter gegeneinander auszuspielen, ist das mehr als nur infam. Es ist einzig und allein Ihr Idol, das sich gerade am Leben tausender, prospektiv zehntausender Ukrainer UND Russen vergreift – und niemand, der ihm dabei applaudiert, kann beanspruchen, er vertrete die Menschenrechte von Russen. Vielmehr scheint diese blinde Idolatrie von ideologischem Gleichklang bewegt zu sein, da derzeit im Kreml einer so völkisch daherredet und schreibt, wie das seinerzeit Rosenberg und andere Hofideologen des Gröfaz getan haben.

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        Its Me 6 Monaten

        Prinzipiell stimmt Ihre Aussage zweifelsohne!!!
        Aber … haben Sie auch den Schneid, sich zu vorgenannten und allseits bekannten militärischen Auseinandersetzungen, genauso konkret, aufgrund Ihren „exegetischen Fähigkeiten“ mit Ihrer Stellungnahme mit Brief und Siegel darauf geben, was denn nun Sache ist, bezüglich folgenden Angriffe/Angriffkriege:
        Afghanistan, Syrien, Kosovo/Serbien, Libyen, Iran, Irak I+II, Vietnam, Jemen.
        Ausserdem, sind Sie absolut der Meinung, dass der Sicherheitsrat der Vereinigten Nationen, jeden Aggressor der einen verbrecherischen Angriffskrieg vom Zaun bricht, diesen auch mit derselben Eindeutigkeit des vorliegenden/massgeblichen Sachverhalts – völkerrechtlich uniform aufarbeitet/beurteilt/verurteilt/sanktioniert???
        Ihre Fähigkeit der methodischen, wissenschaftlichen Quellenkritik ist gefragt, um beurteilen zu können, wie evidenzbasiert die vorgenannten „Angriffskriege“ in Tat und Wahrheit denn nun sind!!!
        Mit Dank und Gruss

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    Werner 6 Monaten

    Ein Beitrag der Schande!

    War der Krieg des Gefreiten demnach nur auch „nur“ Präventiv?

    Wer die Bilder mit Putin gesehen und seine Worte gehört hat, muß zur Kenntnis nehmen, dass er krank ist – physisch wie psychisch (Parkinson?).

    Offenbar will er mit Gewalt in die Geschichtsbücher.
    Das ist ihm zweifelsfrei gelungen. Entweder als Zerstörer der RF (das wird mittelfristig passieren) oder als Auslöser des dritten Weltkrieges.

    Russland krankt wieder daran, dass seiner Führung das Volk, die Menschen zu 100% egal ist. Da unterscheidet sich Putin nicht von Nicolaus II, Lenin oder Stalin.

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      Humml 6 Monaten

      Ah ja – „Parkinson“ also!

      Wenn man bedenkt, welche Erkrankung da dem Präsidenten der größten Weltmacht aller Zeiten schon vor dessen Amtsantritt zugeschrieben wurde, was angesichts einiger Seltsamkeiten während seines öffentlichen Wirkens, noch nicht einmal völlig abwegig erscheint, können wir uns doch ganz beruhigt zurück lehnen.

      Und das echte Großdeutsche, von einer für sie typischen, erheblichen Bildungsschwächen einmal abgesehen, Aufmärsche diverser NS- oder SS-Traditionsverbände u.ä., wie wir sie in schöner Regelmäßigkeit in der Ukraine, wie auch im Baltikum seit Jahren beobachten können – jeweils zumindest wohlwollend geduldet, ganz im Einklang mit diversen EU-Standarts – nicht nur für „demokratisch“ halten, sondern naturgemäß genauso begrüßen, wie simulierte Luftangriffe mit Kernwaffen, ist nur zu verständlich – geht es doch um „Rache für Stalingrad“, das in seiner Unerträglichkeit nur noch von „der Russe in Berlin“ übertroffen wird.

      Deshalb lieben sie die Amerikaner auch so sehr und mögen es gar nicht, wenn ihrer braunen Brut der Garaus gemacht wird…

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        Mischa 6 Monaten

        Hallo Hummel.
        Schon einmal eine Parade in den ehemaligen Ostblockstaaten gesehen? Oder die faschistoiden Paraden des neuen freiheitlichen Russland der letzten zehn Jahre? Ich kann nur sagen, dass alle ehemaligen Ostblockstaaten heilfroh sind das die Russen weg sind. Das kann ich aus persönlicher Erfahrung versichern. Aber sie können sich sicher einbürgern lassen oder sind sie das schon?