Angst vor Russland, warum? Ein unangepasster Blick hinter die Kulissen der UkrainekriseKai Ehlers

Angst vor Russland, warum? Ein unangepasster Blick hinter die Kulissen der Ukrainekrise

[von Kai Ehlers] Will Russland Krieg? Muss die Welt Angst vor einem Aggressor Putin haben, nachdem Russland die Regionen Donezk und Lugansk als eigene Staaten anerkannt hat und einen Tag später Bomben auf Militäranlagen der Ukraine abwerfen ließ? Muss die „freie Welt“ ihre „Hilflosigkeit“ überwinden, wie es Tage zuvor auf der Münchner „Sicherheitskonferenz“ unter dem Motto „unlearning helplessness“ propagiert wurde?

Trifft die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ den Nagel auf den Kopf, wenn sie unter der Überschrift „Der deutsche Denkfehler“ kommentiert, jahrzehntelang und parteiübergreifend habe deutsche Außenpolitik sich an dem Glaubenssatz orientiert, „dass es Sicherheit und Frieden in Europa nur mit Russland“ geben könne?  Nun müsse sie sich endlich der Frage stellen, der sie so lange ausgewichen sei: „Wie sorgt man für Sicherheit und Frieden in Europa gegen Russland…“? (FAZ 23.02,2022)

Tatsächlich? Ist das so? Ist ‚Umdenken‘ angesagt? Haben sich Deutschland, die EU, der Westen jahrelang um Frieden und Sicherheit mit Russland bemüht, die jetzt von Putin mutwillig auf´s Spiel gesetzt werden?

Erinnern wir uns

Bleiben wir sachlich, stellen wir die Emotionen zurück. Erinnern wir uns:

  • Von wem stammt der Vorschlag, ein „Haus Europa“ aufzubauen, samt der dazugehörigen Öffnung der Sowjetunion bis hin zur Wiedervereinigung des geteilten Deutschland? Von Michail Gorbatschow, 1989.

Und hat Gorbatschow nicht die Zusage erhalten, dass die NATO nicht über die deutschen Grenzen nach Osten erweitert würde, wie soeben noch einmal im „Spiegel“ durch Dokumente belegt wurde?

  • Wer hat mit dem Gedanken gespielt und sogar Schritte in diese Richtung gesetzt, die NATO, nachdem sie absprachewidrig doch bereits auf Osterweiterungskurs war, durch einen Beitritt Russlands zur eurasischen Sicherheitsorganisation umzuwandeln? Boris Jelzin.
  • Wer ist 2001 als eine seiner ersten außenpolitischen Amtshandlungen im deutschen Bundestag mit dem Angebot aufgetreten, anstelle der zusammengebrochenen Ordnung des Kalten Krieges eine neue Sicherheitsarchitektur für Europa von Wladiwostok bis Lissabon zu entwickeln und erhielt dafür „standing ovations“ der Abgeordneten? Wladimir Putin.
  • Wer hat das das Angebot einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur auf der Strategietagung der NATO in Lissabon im Jahr 2010 wiederholt? Dimitri Medwjedew.
  • Wer hat vor dem Ausbruch des Maidankonfliktes 2014 dafür geworben, das anstehende Assoziierungsabkommen in dreiseitiger Zusammenarbeit zwischen Ukraine, EU und Russland zu entwickeln? Russland.
  • Wer hat in der UNO immer wieder auf die Einhaltung der diversen internationalen Abkommen gedrungen…

Und wie wurde darauf geantwortet?

  • Mit schrittweiser Erweiterung der Europäischen Union.
  • und in ihrem Geleitzug Erweiterung der NATO bis hart vor die Grenzen Russlands.
  • Mit Unterstützung von „bunten Revolutionen“ in den Randgebieten der ehemaligen Sowjetunion seit 2004 bis hin zum Maidan in der Ukraine 2014.

Strategisches Objekt Ukraine

Erinnern wir uns weiter an die von Zbigniew Brzezinski nach dem Ende der Sowjetunion vorgelegten Strategien der „Einzigen Weltmacht“, die im Kern darauf orientierten, dass und wie die USA das Herzland Eurasiens, Russland, beherrschen müsse, wenn sie ihre Weltherrschaft sichern wolle – und dass ein zentraler Schritt dafür die Loslösung der Ukraine von Russland und ihre Einbindung nach Europa sei, weil Russland ohne die Ukraine nicht wieder zum Imperium werden könne. Brzezinski ging so weit, eine Dreiteilung Russlands in einen östlichen, einen zentralen und einen europäischen Teil vorzuschlagen, während er die Europäischen Staaten umstandslos als nützliche Erfüllungsgehilfen, offen sogar als Vasallen bezeichnete, die zur Umsetzung dieser Strategie gebraucht würden.

Erinnern wir uns insbesondere daran, wie die Dreiteilung der Ukraine in der Folge des Maidan 2014 zustande kam: Hervorgegangen aus einer ethnisch, sprachlich und kulturell uneinheitlichen Provinz der Sowjetunion, in der es nur durch willkürliche Verwaltungsgrenzen zusammengehalten war, verfiel das Gebiet in den Prozess einer nachholenden Nationenbildung mit krassen nationalistischen Begleiterscheinungen und sozialpolitischen Mängeln. Es entstand ein Staat, der nicht durch seine schnell übergestülpte demokratische Maske, sondern durch die Willkür seiner oligarchischen definiert war und dessen jeweilige Staatsführungen in ihren Orientierungen zwischen Russland und der EU saisonal hin- und her schwankten.

Und hier beginnt nun die neuere Geschichte, die unter der Frage erinnert werden muss, wer die Minsker Verträge „beerdigt“ hat:

  • Die Unruhen des Maidan hinterließen eine von Nationalisten eroberte Staatsmacht – Arsennij Jazenjuk, der erste Ministerpräsident, der die russischsprachigen Teile der Bevölkerung „ukrainisieren“ wollte. Seine Strategie: Gewaltsame Nationalisierung statt Integration.
  • Sein Nachfolger Petro Poroschenko ließ sich zwar formal auf einen Integrationsprozess gegenüber dem Osten ein, dekretierte dann aber eine Anti-terroristische Kampagne gegen die abtrünnigen Republiken, die jedes Gespräch unter Kanonenschuss stoppte.
  • Zu Minsk II holte man 2015 die Sezessionisten auf deren Protest gegen ihre Abqualifizierung als Terroristen hin zwar mit in die Verhandlungen – aber nur im Nebenzimmer. Beschlossen wurde dennoch immerhin ein Programm der schrittweisen Annäherung zwischen Kiew und den Regionen, die in diesem Zuge ihre begrenzte Autonomie erhalten sollten. Der dafür notwendige Dialog zwischen ihnen und Kiew wurde von Kiew jedoch weiterhin verweigert, stattdessen wurde geschossen.

Minsker Worthülsen

Alle Appelle Russlands an die Adresse Kiews, den Dialog endlich aufzunehmen, blieben erfolglos. Verantwortlich dafür wurde von westlicher Seite aber nicht Kiew, sondern Russland gemacht, das versäume Druck auf die abgespaltenen Gebiete auszuüben. Gleichzeitig warf man Russland jedoch vor rechtswidrig in die Gebiete zu intervenieren. Eine westliche Einwirkung auf Kiew, sich dem Dialog zu stellen, fand nicht statt, führte zumindest, wenn sie denn versucht worden sein sollte, in Kiew auf keinen fruchtbaren Boden.

Nachdem sich dieser Austausch leerer Worthülsen über Jahre hingezogen hat, erklärten die Garantiemächte Deutschland und Frankreich vor zwei Jahren die „Minsker Gespräche“ für gescheitert. Schuld gaben sie wiederum Russland.

Wenn die Macron und Scholz im Zuge der jetzigen Krise nach Kiew und Moskau eilten, um, wie sie angaben, die Minsker Gespräche wieder in Gang bringen zu wollen, so war das ein Wirbeln von heißer Luft, denn Kiew war daran nicht beteiligt noch an Gesprächen interessiert.  Wolodymyr Selenski weigert sich bis heute, das Gespräch mit den Sezessionisten aufzunehmen.

Die neueste Wendung

Vor diesem Hintergrund war Putins Entschluss, die Minsker Gespräche jetzt seinerseits für gescheitert zu erklären und die Republiken als eigenständige Staatsgebilde anzuerkennen, nicht als „Beerdigung“ von Gesprächen zwischen den Separatisten und Kiew zu verstehen, sondern als Versuch veränderte Bedingungen für die Aufnahme von Gesprächen auf neuer Basis zu schaffen – wenn beide Seiten das gewollt hätten. Gesprächsgegenstand hätte dabei werden können, wo die Grenzen der Regionen Donezk und Lugansk konkret zu ziehen wären, ob sie den ganzen administrativen Raum innerhalb der Ukraine vor der Abspaltung umfassen sollten oder auf die Gebiete hinter der Frontlinie beschränkt bleiben müssten. Die russische Anerkennung der Regionen ließ diese Frage offen.

Mit der Mobilmachung Selenskis am Tag unmittelbar nach der Anerkennung der Regionen durch Russland und den darauf ebenso prompt folgenden Bombardierungen der militärischen Infrastruktur der Ukraine durch Russland wurde der oft verschobene Dialog, könnte man sarkastisch sagen, jetzt noch einmal um eine weitere Stufe hinausgeschoben. Ob dies nun endlich zur Aufnahme eines effektiven Dialogs führen wird, und wer da mit wem spricht, wird sich sehr schnell zeigen.

Die Antwort liegt nicht bei der Ukraine, auch nicht bei den Europäern, sondern bei den Amerikanern, denn objektiv liegt der ganze Verlauf dieses Konfliktes mehr als je zuvor – ganz in dem seinerzeit von Brzezinski vorgegebenen Sinne – im strategischen Interesse der USA:

  • Um Russlands Kräfte zu binden und Russland politisch weiterhin als Aggressor isolieren zu können. Das hielte ihnen den Rücken frei für ihr Vorgehen gegen China.
  • Um mit der Aufrechterhaltung der Möglichkeit eines jederzeitigen Kriegsausbruches, der auf europäischem Boden ausgetragen würde, Europa weiter als Vasall zu binden.
  • Um ein Zusammenfinden der EU und anderer europäischer Kräfte mit Russland zu unterbinden. Im Zentrum steht da zweifellos die Kampagne der USA gegen die Inbetriebnahme von „Nordstream 2“.

Anders gesagt, die Ukraine wird immer noch gebraucht, um die Russen klein- und die Europäer botmäßig zu halten. Die Ukraine spielt dabei keine Rolle, schon gar nicht ihre ohnehin darbende Bevölkerung, wie laut auch gegenwärtig ins Horn einer Solidarität mit der Ukraine gestoßen werden mag.

Für die Europäer stellt sich die Frage, wie lange sie sich entgegen ihrer fundamentalen eigenen Interessen weiter vor den Wagen einer um Aufrechterhaltung ihrer Vormacht kämpfenden Weltmacht spannen lassen wollen. Die Zeit wird es zeigen.

Kai Ehlers, www.kai-ehlers.de

COMMENTS

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    Barbara 2 Monaten

    Tatsächlich (heutige) strategische Interesse der USA?? Die folgenden Annahmen in Ehlers Beitrag müssen sehr bezweifelt werden:

    1.

    „.. Russlands Kräfte zu binden und Russland politisch weiterhin als Aggressor isolieren zu können. Das hielte ihnen den Rücken frei für ihr Vorgehen gegen China.“

    Im wirtschaftlichen und militärischen Interesse der USA ist exakt das Gegenteil, eine Spaltung zwischen Russland und China, d.h. eine Bindung Russlands an China zu verhindern.

    2.

    „Um mit der Aufrechterhaltung der Möglichkeit eines jederzeitigen Kriegsausbruches, der auf europäischem Boden ausgetragen würde, Europa weiter als Vasall zu binden.“

    Europa hat für die USA wirtschafts- und militärstrategisch aktuell nur noch 3. Priorität, nach dem arabischen Raum an 2. und China an 1. Stelle.

    3.

    „… ein Zusammenfinden der EU und anderer europäischer Kräfte mit Russland zu unterbinden. Im Zentrum steht da zweifellos die Kampagne der USA gegen die Inbetriebnahme von „Nordstream 2“.“

    Siehe oben. Russland und EU zu spalten, bzw. RU in die Arme Chinas zu treiben, ist nicht im wirtschaftlichen oder militärischen Interesse der USA. LNG Exporte nach EU sind für die Außenhandelsbilanz der USA marginal, zumal die LNG Nachfrage weltweit stark anzieht und die US Fracking Industrie ihre Kapazitäten kaum noch ausweiten kann.

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    Gutmensch 2 Monaten

    Ja ,ja die „armen “ vom Westen verratenen Russen. Denken Sie wirklich das dies in irgendeiner Form eine Rechtfertigung für einen Invasionskrieg auf ein Nachbarland ist? Das sich osteuropäische Länder nach Westen (EU und Nato) orientiert haben ,entspricht deren Recht auf freie souveräne Entscheidungen mit wem diese Verbündet sein wollen. Was wäre denn genau die Alternative gewesen?
    Der Ausbau der politischen und militärischen Einflusszone Russlands. Bis an die Grenzen der Nato? Also ein großer neuer „Warschauer Pakt“? Die einfache Hinnahme
    von Besetzungen der Territorien in der Ukraine. Hätte irgendein Land auf der Welt das akzeptiert ? Wenn Deutschland seine deutschsprachige Bevölkerung in Russland ,Rumänien ,Ungarn usw. „schützen“ wolle vor den über griffigen Regierungen.
    Wo soll das denn enden? Denken Sie doch mal wie viele Minderheiten allein in Europa durch unsere Geschichte entstanden.
    Es gibt schlicht keinerlei Rechtfertigung für die Bombardierung von Zivilisten und der Zerstörung von Infrastruktur. Die gab es nie. Dieses wir müssen doch auch mal Verständnis für das Ego der russischen Regierung haben , ist an dieser Stelle und in dieser Zeit völlig unangemessen.

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    Mustermann 2 Monaten

    Werner schreibt:“Russland wird natürlich die Ukraine militärisch besiegen (sie hatte leider ihre Atomwaffen freiwillig abgegeben).“ Welche Menschenverachtung steckt allein darin. Desweiteren Osterweiterung der Nato, obgleich zugesagt wurde, daß diese nicht stattfinden würde = klarer Wortbruch des Westens. Ständige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Rußlands (Dissidenten) mit entsprechenden Sanktionen. Mag sein, dass uns deren Behandlung nicht gefällt, aber da gibt es wohl weit schlimmere Länder. Sanktionen sind jedenfalls falsch und führen nur zur Verhärtung der Positionen. Irak und überhaupt naher Osten mit richtig vielen Toten – das kann schon mal passieren (?). Ukraine – ein lügnerischer Provokateur als Präsident, Natosekretär kann sich NATO-Mitgliedschaft vorstellen – na Klasse, das ist das, was wir brauchen. Trotzdem natürlich: Der Überfall hätte nicht sein dürfen, Krieg ist immer schlecht und grausam. Aber jeder Krieg, nicht nur die, die Russland beginnt. Also kleine Brötchen backen und in echte Verhandlungen eintreten und nicht wie Herr Merz von Natoeinsatz faseln, wie dumm ist das denn?

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    Darkwing 3 Monaten

    Oha, Frau Böttcher. Wie man mit soviel schlauen Worten soviel einseitigen Müll verfassen kann… Man erkennt ihre Agenda. Worte bringen aber keinen Sieg.

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    W Reuper 3 Monaten

    Vor einem Monat schrieb derselbe Autor an dieser Stelle: „Der Lärm um die Ukraine wird immer schriller. Und dennoch: Den Krieg wird es so, wie er gerade von vielen Seiten mit immer neuen Spekulationen beschworen wird, nicht geben. Weder droht Russland mit Krieg, noch ist Russland an einem Einmarsch in die Ukraine interessiert.“ Selbstkritik? – Keine Spur. – Ich werde heute gegen diesen Angriffskrieg demonstrieren. Es wäre schön auf dieser Seite auch etwas über die Proteste gegen diesen Krieg in Russland zu lesen, die es anscheinend trotz schwierigster Bedingungen gibt. Das wäre ein Ansatz für ausgewogenen Journalismus…

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    Mathias 3 Monaten

    An alle Realitätsverlustigen.
    Als Ostdeutscher der die russische Besatzung noch persönlich erlebt habt, kann ich nur sagen: alle normalen, nicht vom System indoktrinierten Menschen, haben die Russen verabscheut. Auch meine tschechischen und polnischen Freunde können das bestätigen. Wir Warschauer Packt Bürger sind immer wie Bürger zweiter Klasse behandelt worden.
    Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, das die normalen Menschen in Südossetien, Abchasien, Kasachstan oder Tschetschenien ein freiheitliches, selbstbestimmtes Leben führen können und glücklich über die russischen Befreier sind. Genauso wenig werden die „befreiten“ Ukrainer jubeln wen die Russen kommen. Ich kann jeden osteuropäischen Staat verstehen der sich unter den sicheren Mantel der NATO geflüchtet hat…

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      Ich möchte Sie eindringlichst bitten die Contenance zu bewahren. Hier sollen sachliche Diskussionen geführt werden, ohne Beleidigungen und Unterstellungen.
      Danke

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      Andreas 3 Monaten

      Ich bin ebenfalls im Osten aufgewachsen und ich kenne niemanden, der unter den dort stationierten Russen gelitten hat. Eher im Gegenteil wurden sie bedauert, weil sie kaserniert gewesen sind.
      Ihr Kommentar lässt erkennen, dass eher Sie indoktriniert sind und zu einer Russophobie neigen. Sicherlich stammt diese von einem Ihrer Vorfahren, der ständig in Erinnerungen vom Russlandfeldzug schwelgt.

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      E. Streese 2 Monaten

      Doch, wir haben gelitten! Durch unser Dorf sind öfter sowjetische Panzer gefahren und dann mussten die Sowjetsoldaten die einzige Straße reparieren. Wir Kinder sind hin zu ihnen, haben unsere frisch gelernten russischen Vokabeln ausprobiert. Dafür bekamen wir Abzeichen und Kekse, wurden auf ihren LKW mitgenommen. Und sie waren stets freundschaftlich zu uns! Dann haben sowjetische Ingenieure unser 1. KKW gebaut und sie lebten bei uns mitten im Ort. Und wieder konnten wir unser Russisch anwenden! Mann, wie haben wir gelitten. Wer das behauptet, hat auf einem anderen Stern gelebt!

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    Andreas Müller 3 Monaten

    Meiner Meinung nach wiederholt sich die Geschichte. Das, was die Ukraine heute für Russland ist, war, nach dem Versailler Diktat, Polen für das Deutsche Reich. Auch da war die USA nicht weniger dran beteiligt. Eine Buchempfehlung dazu meinerseits: „1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte“. Es gibt sehr viele Parallelen, die sich, wie schon erwähnt, wiederholen, wenn auch die Umstände andere sind.

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    Horst Beger 3 Monaten

    Kai Ehlers hat dankenswerterweise noch einmal die Einkreisung Russlands durch Amerika und die NATO und die Zurückweisung russischer Sicherheitsinteressen in den letzten 30 Jahren aufgezeigt. Und der materialistische „Wertewesten“, für den nur DAX-Werte und deren militärische Verteidigung sowie „tittytainment für die restlichen 80 % der Bevölkerung“ (Zbigniew Brzezinski) zählen, hat Russland das Zugeständnis verweigert, die Ukraine nicht in die NATO aufzunehmen, und zwar bis zum letzten Tag bevor Putin das geopolitische Schachspiel um die Ukraine beendet hat. Und auch nach dieser Katastrophe fällt dem materialistischen „Wertewesten“ nichts anderes ein, als darauf mit finanziellen Sanktionen und Krokodilstränen über die Ukraine zu reagieren. Kai Ehlers stellt daher am Schluss seiner Ausführungen zu Recht die Frage, wie lange Deutschland und Europa noch in der „babylonischen Gefangenschaft“ durch Amerika verharren wollen.

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    Raissa Werle 3 Monaten

    E-7, Kanada und USA sind empört! Russland ist Aggressor! Meine Frage: wo ist ihre Empörung geblieben, als 2014 in Odessa im Gewerkschaftshaus, junge Russen bei lebendigen Leibe verbrannt wurden? Und all die Jahre , die Menschen in DONBASS beschossen wurden. Auf Bushaltestellen, im Haus, auf dem Arbeitsplatz. Ist das die zivilisierte weiße den Gegner zu beseitigen? Das letzte Gespräch zw. Russland und Ukraine, hier in Deutschland, dauerte 8 Stunden, ohne Erfolg. Die Ukraine ist nicht bereit mit DONBASS zu reden. Ukraine möchte lieber weiter schießen. Ist das nicht rechtsextrem genug? Nicht Putin will die Zeit zurück drehen, die EU , geschlossen hinter Amerika, hat schon die Zeit zurück zum Mittelalter gedreht – brutal niederschlagen, verbrennen , Köpfe abschlagen /Saudi Arabien/. Und vom Westen : kein Kommentar.Wir setzen auf Dialog. Und Dialog ist Abschreckung.

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    Mark 3 Monaten

    Die Begründung, dass die Mobilmachung in der Ukraine natürlich eine Bombardierung und einen militärischen Überfall verursachen musste, ist an Absurdität und Zynismus kaum zu überbieten. Glaubt Kai Ehlers wirklich diesen Unsinn?
    Natürlich hat dieser imperialistische Überfall einen historischen Vorlauf und Ursachen. Meiner Einschätzung nach ist aber die Hauptursache, dass der russische Machthaber Angst hat, dass ein demokratisches Regime in der Ukraine Erfolg haben könnte und andere Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts mit entsprechenden Ideen „infiziert“ werden könnten.

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    Werner 3 Monaten

    Kommen Sie sich nicht selbst komisch vor?

    Selten in der Weltgeschichte war klarer, wer Aggressor und Kriegsverbrecher ist.

    Klar ist auch: Verträge und Gespräche mit Putins Russland sind wert- und sinnlos.

    Es ist anzunehmen, dass nun auch Schweden und Finnland in die NATO streben. Friedliche Nachbarschaft scheint mit Russland seit 1917 unmöglich. Russland kennt nur Gegner oder Vasallen.

    Russland wird natürlich die Ukraine militärisch besiegen (sie hatte leider ihre Atomwaffen freiwillig abgegeben). Das ist aber ein Pyrrhussieg. Es ist Russland 3. Punischer Krieg. Mittelfristig (falls es nicht zu einem Weltkrieg durch Russland kommt), wird die RF zerfallen, da es ein reines Zwangsgebilde ist.

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    mistkaeferchen 3 Monaten

    Russland ist nicht der Aggressor die USA hat massenhaft Kriege inszeniert nach Gusto,plündern Überall.

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      Anja Böttcher 3 Monaten

      Sie haben mitbekommen, dass die Opfer dieses unilateralen Angriffskrieg 44 Millionen Ukrainer sind? Dass da gerade deren Männer, Söhne und Zivilisten jeden Geschlechts und Alters sterben? Dass ihre Städte, Dörfer, Straßen, Infrastruktur mit blanker Gewalt zestört werden? Dass ihnen ein Recht auf Staatlichkeit und politische Selbstbestimmung unter Berufung auf eine aberwitzige mittelalterliche Geschichtsmythologie abgesprochen wurde?

      Wie kann man das durch das Kriegsdesaster der USA im Irak entschuldigen? Was können denn dafür die Ukrainer?

      Ihre Argumentation ähnelt der älterer Geschichtsrevisionisten in meiner Kindheit. Da entschuldigte man gerne den Tod von drei Millionen ethnischen Polen, 27 Sovietbürgern und 6 Millionen europäischen Juden gerne damit, dass Deutschland nach dem Versailler Vertrag doch schrecklich unter französischer Boshaftigkeit gelitten hätten.

      Welche Bedeutung haben für Sie denn das Leben von Menschen und die Grundprinzipien der Vereinten Nationen? Haben Sie je mal das Verdikt der Nürnberger Prozesses durchgelesen? Da gilt als Deutschlands Kernverbrechen der aggressive Angriffskrieg, aus dem – laut Verdikt – sich alle anderen Verbrechen erst ergeben hätten. (Nach aktuellem Forschungsstand kann man damit allerdings nicht das schrecklichste aller deutschen Verbrechen, den Versuch der vollständigen Auslöschung der europäischen Juden, rational erklären.)

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    Anja Böttcher 3 Monaten

    Die Sicht, die Kai Ehlers hier aufrollt, habe ich 2014 geteilt. Heute, am Tag eines offenen Angriffskriegs einer Regierung, die nicht nur alle Grundprinzipien der Vereinten Nationen in den Boden gestampft hat, sondern deren Regent unverhohlen in einer geisterhaften Rede geradezu absurd despotische Hegemonialziele über den gesamten Kontinent erklärt hat – und für den Fall, ihm würde hierbei irgendwer in die Quere kommen, nicht nur dem Westen, sondern der Welt mit einem nuklearen Amageddon gedroht hat, leben wir in einer grundlegend anderen Welt.

    Kai Ehlers scheintauch einiges sonst in den letzten Jahren nicht mitbekommen zu haben. Zum Beispiel, dass die USA, in der schon bald die Nachkommen von Europäern in der Minderheit sein werden, ein innerlich tief gespaltenes und durch die außen- wie innenpolitischen Folgen der desaströs fehlgeleiteten geopolitischen Umgestaltungspolitik des Nahen Osten geschwächt, schon lange nicht mehr als der triumphalistisch strahlende Sieger des Kalten Krieges dasteht – und von daher nur mehr wenig mit dem Land gemein hat, dem ein Berater namens Brzezinski seinen geopolitischen Fahrplan empfohl – was er, übrigens, kurz vor seinem Ableben erkannte. Das Zeitfenster, in dem sie sich der Illusion hingeben konnten, die alles andere gestaltende Zentralmacht geworden zu sein, dauerte nicht länger als 25 Jahre. Es ist geschlossen.

    Dieser Text ist einer blanker Realitätsverweigerung. Die gespenstische Rede, in der Wladimir Putin nicht nur den Ukrainern die Fähigkeit und das Recht auf eigene Staatlichkeit abgesprochen hat, sondern gleiches auch allen anderen ehemals im Warschauer Pakt gebundenen osteuropäischen Staaten, dazu noch Finnland und Schweden bedrohte, enthüllte einen völlig irrsinniges nationalistisch-mythisches Hegemonialanspruch über den gesamten europäischen Kontinent, bei grenzenloser Gewaltbereitschaft gegenüber ‚Hindernissen‘, der unheilvoll an die schlimmsten Verirrungen vergangenen deutschen Größenwahns erinnerte.

    Alleine die kafkaeske Szene, wie Putin seinen Sicherheitsrat antanzen und dessen Mitglieder wie abgekanzelte Schuljungen in den 1950ern brav ihre Zustimmung zu der Brechung der ukrainischen Souveränität papageienhaft aufsagen müssen, liefert eine Show personal inszenierter Macht, vor der sich Europa nur noch durch Beendigung der Beziehungen und schlagkräftige Aufrüstung schützen kann. Und aus der bald sicher militärisch geschlagenen Ukraine sollten wir möglichst alle Kinder und Frauen als Flüchtlinge aufnehmen. Wenn auf Dauer wirtschaftlicher Niedergang und die Kosten einer – mangels junger Bevölkerung – untragbar kostenintensiver Besatzung der Ukraine dafür sorgen, dass selbst die bürokratische Elite diesen Mann nicht mehr erträgt, wird nicht nur Europa aufatmen, sondern auch die russische Bevölkerung.

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      Werner 3 Monaten

      Volle Zustimmung !

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      Monica Chappuis 3 Monaten

      Wenn das Bild, das Frau Böttcher von den USA zeichnet, stimmt – und das tut es wohl – , so erstaunt es umso mehr, dass die Transatlantiker, allen voran Deutschland, ihre Rolle als Vasallen, um mit Brzezinski zu sprechen, so treu gewissenhaft weiter spielen.

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        Anja Böttcher 3 Monaten

        Tun sie doch schon lange nicht mehr – wie Deutschlands langes Festhalten an sehr intensiven wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Russland zeigt, die Russland jetzt zerstört hat.

        Europa hat wohl auch eigene Sicherheitsinteressen, die manchem als Erfüllungshilfe für die USA erscheinen mögen – und merkt auf einmal, dass es für die noch nicht ausgerüstet ist. Eine erneute Wahl Trumps – und der Transatlantismus ist Geschichte. Deshalb wird wohl in den nächsten zehn Jahren die Aufwendung fürs Militär ganz erheblich ansteigen.

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          Michael Nobis 3 Monaten

          Wovon träumen Sie nachts? In der ganzen Welt sind NGO‘s aktiv, die intransparent Einfluss für USA üben. Immer noch. Über die Transatlantikbrücke sind immer noch Politik und Presse verwoben, NATO-Offizielle werden interviewt und behandelt als wären sie neutrale Instanzen ohne eigene Interessen/Ziele. Als gäbe es die ganzen Young-Global-Leaders Briefings nicht.

          Der Transatlismus war auch vor der Eskalation alles andere als tot.

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      Dogger 3 Monaten

      Ja ja, frau baerbock,entschuldigung frau böttcher.
      Jede andere meinung wird mit der nazi/judenhasserkeule kurz und klein geschlagen,und wenn es bloß eine schlichte aufzälung von tatsachen ist