Coup d‘état in Moldova / Staatsstreich in der Republik Moldau

Coup d‘état in Moldova / Staatsstreich in der Republik MoldauRahr-Prof.-Alexander-©-rahr

The republic of Moldova has witnessed a coup d‘état, staged by the oligarch Vladimir Plokhatnyuk, who is trying to „privatize“ the Moldovian state. The interior conflict in Moldova is not between prowestern and prorussian forces, as similar struggles are characterized in other postsoviet states.

In Moldova, half of the electorate favours good relations with Russia, the other half of the population wants to join the EU. The leaders of both forces managed to forge a coalition in developing intensive cooperation with both, the EU and the Eurasian Union. That is the only way, a country like Moldova can prosper. A prorussian politician took over as head of parliament. The government, in turn, has been entirely given under the control of the prowestern forces. The coalition said it wanted to move first of all against corruption at home. But Plokhatnyuk, who had formed his own „force“ – the Democratic party – refused to fund himself out of power. He instrumentalized the country‘s Constitutional Court, which consists of judges hand-picked by Plokhatnyuk. The Court declared the ouster of the President and dissolved the parliament and government.

In Moldova, the corrupt oligarchical state bureacracy refused to step down and managed to stage an unprecedented coup against democratic institutions in the country.  Moldova could be at the brink to a civil war; it is unrealistic, that the majority if ordinary people will support Plokhatnyuk. The latter first appealed to the West for help and tried to present the coalition of his political opponents as a coup by Putin‘s Russia. He thought that the US and the EU were tied in so many struggles with Russia that the West would chose not support the anti-oligarchical liberals.

Plokhatnyuk hoped for a „card blanche“ from the West. But the West is not supporting an oligarchical force. Therefore, Plakhotnyuk now appealed to Moscow. He suggested that Moldova should become a federation, which is the favorite option of Moscow. Russia supports the separatist republic of Transdnistria. The latter would integrate into Moldova only on the condition that it will be granted autonomy.

The danger exists that the Moldovian conflict will end in a catastrophe, also because the West is too blind to understand what is going on in this country. Russia will not interfere, it has enough to do, to solve the conflict in Eastern Ukraine.

 

Staatsstreich in der Republik Moldau

In der Republik Moldau fand ein Staatsstreich statt, der vom Oligarchen Wladimir Plokhatnyuk – der versucht, den moldauischen Staat zu „privatisieren“ – inszeniert wurde. Der innere Konflikt in Moldawien besteht nicht zwischen prowestlichen und prorussischen Kräften, ähnlich den Kämpfen in anderen postsowjetischen Staaten.

In Moldawien befürwortet die Hälfte der Wähler gute Beziehungen zu Russland, die andere Hälfte der Bevölkerung will der EU beitreten. Den Führern beider Kräfte gelang es, eine Koalition zu bilden, indem sie eine intensive Zusammenarbeit mit der EU und der Eurasischen Union entwickelten. Das ist der einzige Weg, wie ein Land wie Moldawien gedeihen kann. Ein prorussischer Politiker übernahm die Leitung des Parlaments. Die Regierung wiederum wurde vollständig unter die Kontrolle der prowestlichen Kräfte gestellt. Die Koalition sagte, sie wolle vor allem gegen die Korruption im eigenen Land vorgehen. Aber Plokhatnyuk, der seine eigene „Kraft“ – die Demokratische Partei – gegründet hatte, weigerte sich, die Macht aufzugeben. Dazu benutzte er das Verfassungsgericht des Landes, das aus Richtern besteht, die von Plokhatnyuk selbst ausgewählt worden waren. Das Gericht enthob den Präsidenten seines Amtes und löste das Parlament und die Regierung auf.

In Moldawien weigerte sich die korrupte oligarchische Staatsbürokratie, zurückzutreten und putschte beispiellos gegen die demokratischen Institutionen des Landes. Moldawien könnte am Rande eines Bürgerkriegs stehen; es ist unrealistisch, dass die Mehrheit der einfachen Bürger Plokhatnyuk unterstützen würde. Letzterer appellierte zunächst an den Westen und versuchte, die Koalition seiner politischen Gegner als Putsch von Putins Russland darzustellen. Er dachte, dass die USA und die EU in so viele Auseinandersetzungen mit Russland verwickelt seien, dass sie die antioligarischen Liberalen nicht unterstützen würden.

Plokhatnyuk hoffte auf eine „Card Blanche“ aus dem Westen. Aber der Westen unterstützt keine oligarchische Kraft. Deshalb wandte sich Plakhotnyuk nun an Moskau. Er schlug vor, dass Moldawien eine Föderation werden sollte, was die bevorzugte Option von Moskau ist. Russland unterstützt die separatistische Republik Transnistrien. Diese würde sich nur unter der Bedingung in Moldawien integrieren, dass ihm Autonomie gewährt wird.

Es besteht die Gefahr, dass der moldauische Konflikt in einer Katastrophe endet, auch weil der Westen zu blind ist, um zu verstehen, was in diesem Land vor sich geht. Russland wird sich nicht einmischen, es hat genug zu tun, um den Konflikt in der Ostukraine zu lösen.

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