Der 8. Mai: unüberbrückbare Narrative

Der 8. Mai: unüberbrückbare Narrative

Folgendes Gespräch hat sich soeben in einer Laube (Datscha) zugetragen.

Iwan: Der 8/9. Mai ist für uns Russen der größte Feiertag. Das wird ewig so bleiben, auch in den nächsten Generationen. An dem Tag besiegte die Sowjetunion den größten Feind, der Russland jemals angegriffen hatte. Der Sieg über Hitler legitimierte Russland, von nun an Weltmacht zu sein. Russland hat die größten menschlichen Opfer im Kampf gegen den Faschismus erbracht, und dies muss von der internationalen Gemeinschaft stets mitbedacht werden.

Hans: Die Sowjetunion wurde am 8. Mai einer der beiden Träger einer neuen (Jalta-)Weltordnung, die heute als tief ungerecht gilt. Der Zweite Weltkrieg wurde dadurch ausgelöst, dass Hitler und Stalin sich untereinander Osteuropa aufteilten. Der Hitler-Stalin Pakt 1939 gab Hitler die Möglichkeit, Frankreich zu überrennen. Und er ermöglichte es Stalin, sich die nach der Oktoberrevolution verlorenen zaristischen Territorien militärisch zurückzuholen. Der Kommunismus und Nationalsozialismus sind gleichwertige Tyranneien. Durch Jalta 1945 wurde Stalin in seinem Vorgehen legitimiert, was aus heutiger Sicht ein Fehler war.

Mascha: Der Westen, vor allem Großbritannien, wollte zusehen, wie sich Bolschewismus und Faschismus selbst zerfleischten, um am Ende als Gewinner dazustehen. Ein Anti-Hitler Pakt zwischen Großbritannien, Frankreich und der UdSSR hätte Hitler 1939 abgeschreckt, kam aber nicht zustande. So gesehen drehte Stalin den Spieß um und sah zu, wie sich Hitler und der Westen zerfleischen. Er selbst gewann wertvolle Zeit. Und es war ja nicht Hitler alleine, der 1941 die Sowjetunion angriff. Bis auf die Polen und Tschechen, waren die meisten heutigen EU/NATO-Länder mit von der Partie.

Hildegard: Der 8. Mai ist ein Datum, an dem in Europa eine menschenverachtende Diktatur von einer anderen abgelöst wurde. Osteuropa wurde von Stalin nicht befreit, sondern erobert und in einem kommunistischen System eingesperrt. Osteuropa wurde erst 45 Jahre später durch den Fall des Berliner Mauer befreit. Wären die USA nicht gewesen, hätten die Sowjets nach 1945 sich auch den Rest Europas einverleibt.

Iwan: Wenn sich die UdSSR 1945 aus Osteuropa zurückgezogen hätte, wären die Amerikaner damals so nach Osten vorgerückt, wie heute. Und man solle nicht vergessen, dass es in den Staaten Osteuropas genug Menschen gab, die sich dem Sozialismus verschrieben hatten. Es standen doch keine Sowjetpanzer in jedem osteuropäischen Land. Diese Länder hatten ihre eigenen kommunistischen Führungseliten, Bürokratien, Armeen und Geheimdienste. Als Gorbatschow mit dem Reformieren des Systems in der UdSSR begann, leistetet die Eliten der osteuropäischen Länder erbitterten Widerstand.

Hans: Dafür kam es 1989-90 überall zu Volksaufständen gegen die verhassten Kommunisten. Alle Menschen wollen Freiheit. Zu Beginn des Hitler-Feldzuges gegen die Sowjetunion ergaben sich Rotarmisten zu Hunderttausenden den Deutschen, aus Hass auf das eigene, stalinistische System. In der Ukraine und im Kaukasus wurden die Deutschen als Befreier jubelnd empfangen. Viele sowjetische Überläufer waren bereit mit der Wehrmacht zu kooperieren, um ihr Land vom Bolschewismus zu befreien.

Mascha: In der westlichen Erinnerungskultur vom Zweiten Weltkrieg und Nationalsozialismus steht der Holocaust an erster Stelle der Hitler-Verbrechen. An die 27 Millionen Opfer, die die Sowjetunion zu beklagen hatte, wird kaum erinnert. Außerdem führte Hitler einen totalen Vernichtungskrieg gegen die slawischen Völker. Dies wurde jedermann in der Leningrader Blockade klar, sowie bei der Schlacht um Stalingrad. Die Sowjetvölker kämpften nicht für Stalin, sondern für ihr Land. Russland war nie Aggressor. Es wurde immer vom Westen angegriffen. Im XVII. Jahrhundert von Polen, im XVIII. von Schweden, im XIX. von Frankreich, im XX. von Deutschland. Im XXI. wurde es von der NATO eingekreist. In der Zwischenkriegszeit 1919-39 machte der Westen die neuen unabhängigen Staaten Osteuropas zu einem Cordon Sanitaire gegen die Sowjetunion. Die Sowjetunion wollte keine solche Wiederholung nach 1945. Die UdSSR wollte auch keinen Dritten Weltkrieg. Stalin bot 1952 die Wiedervereinigung Deutschlands an – dafür musste Deutschland aber neutral werden. Wie zuvor Österreich und Jugoslawien. NATO und Warschauer Pakt wären obsolet geworden. 1990 wurde Deutschland wiedervereinigt, aber die NATO, widerrechtlich bis an die Grenzen Russlands erweitert. Jetzt ist der Cordon sanitaire gegen Russland zurück. Russlands Sicherheitsinteressen müssen vom Westen immer berücksichtigt werden.

Hildegard: Wie viele unzählige Opfer mussten nicht nur die sowjetischen, sondern auch die osteuropäischen Völker durch die Verbrechen Stalins erleiden! Russland hatte nach dem Fall des Kommunismus die historische Chance, sich dem Totalitarismus zu entsagen, wie Deutschland 1945. Die postkommunistische russische Führung hätte sich bei allen gelittenen Völkern und der eigenen Gesellschaft für den Stalinismus verantworten, Henker zur Verantwortung ziehen müssen. Eine erfolgreiche Vergangenheitsbewältigung hätte den Westen und Russland heute im gleichen demokratischen Werte-Kanon verankert. In Russland würde es heute keinen Stalin-Kult mehr geben. Russland hätte einfach erklären sollen: Ja, wir haben uns durch Gorbatschows Perestroika und Jelzins Sieg über die Putschisten 1991 aus der Unfreiheit in die Freiheit gerettet und werden jetzt ein demokratisches Land.

Iwan: Die Sowjetunion hat 1991 nicht, wie Deutschland 1945, kapituliert. Die Nazis wurden als Kriegsverbrecher von den Siegermächten gerichtet. Russland ist von niemandem besiegt und folglich die Kommunisten auch nicht juristisch belangt worden. In den Ländern Osteuropas kamen nach 1991 frühere Dissidenten oder ehemalige Emigranten, die aus den USA zurückkamen, an die Macht. In Russland hatten ehemalige Dissidenten und Emigranten kein Ansehen und keine Autorität. Deshalb kam es auch nicht zu diesem historischen Bruch mit der sowjetischen Vergangenheit, wie in den ehemaligen osteuropäischen Satellitenstaaten. Russland wollte keine Kolonie des Westens werden, deshalb vertraute die Bevölkerung auf die eigene Elite, die sich aus der alten Elite rekrutierte.

Hans: Russland kann sich nicht mit seiner Erinnerungskultur gegen die Erinnerungskultur der übrigen Welt stellen. Der Westen hat den Kalten Krieg gewonnen, seine Ideen und Weltanschauung haben gesiegt. Das liberale westliche Modell bleibt auch weiterhin ein Magnet für andere Länder und Gesellschaften, denn die Corona-Krise hat gezeigt, dass das westliche System – das für Humanismus und Menschenrechte geschaffen ist – autoritären Systemen überlegen ist.

Mascha: Der Triumphalismus und das sture Festhalten nur am eigenen Wahrheitsmonopol sind der Totengräber der westlichen politischen Kultur. Im heutigen Russland leben Millionen Menschen, die positive Erinnerungen an die Sowjetunion haben und mit dem sozialistischen Ideal sympathisieren. Soll man diesen Millionen erklären, ihre Verwandten hätten das gesamte XX. Jahrhundert immer nur falsch gelebt? Für Deutschland war die Entnazifizierung alternativlos. Russland hat die De-Stalinisierung 1956 und in der Perestroika in den 80er Jahren durchgeführt. Damit soll es gut sein. Der Sozialismus ist nicht schlechter als der Kapitalismus. Die Corona-Krise wird zu neuen Weltanschauungen führen. Und der Westen soll aufhören, sich ständig als Moralapostel aufspielen. Noch vor 20 Jahren haben wir nach einem gemeinsamen Europäischen Haus getrachtet. Heute verschärfen sich die alten Konflikte wieder und die neue Gegnerschaft kommt auf gefährlich Weise zurück.

(Hildegard öffnet eine Wodka-Flasche. Die Widersacher stoßen gemeinsam auf den 8. Mai an)

[Alexander Rahr-Russlandkontrovers]

COMMENTS

WORDPRESS: 7
  • comment-avatar
    Frank Werner 3 Wochen

    Eine sehr schöne Diskussion. Hans und Hildegard kann ich voll zustimmen.

    Und Iwan? Er vergisst die anderen Teilrepubliken der damaligen UdSSR,
    wie z.B. die Ukraine. Russland hat nicht alleine Krieg gegen Hitler geführt.

    Mascha fehlt wohl der Überblick über die EU/NATO? Die meisten Länder der
    heutigen EU/NATO wären am Angriff auf Russland beteiligt gewesen? Das stimmt wohl nicht. Und Stalin gewann Zeit? Zeit, die er u.a. nutzte für inneren Terror und Säuberungen (auch in der Roten Armee – die dadurch enorm geschwächt wurde),den Krieg gegen Finnland (ja, die Rote Armee konnte nicht einmal Finnland besiegen – Abschreckung pur?) etc. Diese angeblich gewonnene Zeit wurde also für alles mögliche genutzt – aber nicht für den Schutz gegen einen Angriff durch Hitler-Deutschland.

    Die Völker der UdSSR haben den Krieg gewonnen – trotz Stalin – nicht wegen. Deshalb ist die (neuerliche) Stalinverehrung absolut fehl am Platze und ein Schlag in das Gesicht aller Opfer des Stalinismus.
    Von einer De-Stalinisierung und einer echten Aufarbeitung der Verbrechen kann nicht die Rede sein.

  • comment-avatar
    Hans Jürgen Willi Pietrzak 4 Wochen

    Danke, Herr Rahr, wie Sie die Dinge auf den Punkt bringen! Ich lebe in Deutschland und in Russland (auf der Krim). Wie gut, dass Sie den bei uns dominanten Glaubenssätzen „Gegen die Russen haben wir einfach was“ und „Denen ist halt nicht über den Weg zu trauen“ mit klarer, analytischer Stimme entgegentreten!

  • comment-avatar
    Anja Böttcher 4 Wochen

    Wie alt sollen Hans und Hildegard sein?

    So wie Marieluise (Beck) oder Ralph (Fücks) oder ähnlichen kalte Krieger im Rentenalter – die übrigens selbst dem Gros der Rentner nicht entsprechen?

    Die unter archaisierenden Namensbezeichnungen oben abgedruckten Sprechblasen von Wunschdeutschen der Atlantikbrücke haben weder etwas mit der Mehrheit der Deutschen gemein noch mit dem Inhalt unserer Unterrichtslehrwerke der Geschichte. Dies ist allein die Sichtweise des organisierten Transatlantismus, der kein Modell mehr für das Überleben Europas ist.

    Die Interessen der jungen Europäer haben keine Berührungspunkte mehr mit denen der jungen Amerikaner. In Deutschland sind sowieso die Hälfte der Jungen völlig unbeleckt von der Prägung der Nazivorfahren und dem kalten Krieg, da ihre Vorfahren aus der Türkei, aus dem arabischen Raum, vom Balkan (darunter vor allem viele Serben), aus Griechenland, aber auch aus Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion kommen.

    Und viele junge USAmerikaner kommen aus Mexiko und anderen Staaten Lateinamerikas.

    Was sollen diese jungen Leute noch mit dem alten Quark?

    Das sind doch Anachronismen! (Mit Verlaub – Herr Beger möge es mir nachsehen: aber seine Fixierung auf die katholische Kirche, die soo mächtig nicht mehr ist, ist auch Schnee von vorgestern!

    Wir haben es mit Problemen des 21. Jahrhunderts zu tun. Die Staaten des Nahen Osten sind in Auflösung. Das aktuelle ökonomische System ist den Erfordernissen der Zukunft nicht mehr gerecht. Das Klima wandelt sich rapide und unaufhaltsam – Sibiriens Permafrost wird in Auflösung noch einmal massenhaft Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre abgeben, wenn wir nicht alle massig tun — und auch dieser Virus, mit dem wir noch lange nicht fertig sind, wird nicht der letzte sein.

    Die Jungen werden nicht mitmachen, dass das noch verbleibende volkswirtschaftliche Potenzial Europas für eine militärische Massenmordmaschinerie vergeudet wird, nur um ein dysfunktionales sogenanntes „westliches Elitebündnis“ zu retten, das nicht mehr zu retten ist – zumal von denen wenige eine „westliche“ Identität haben, sondern vielmehr, durch Einwanderung, eine, die deutsch-plus-irgendetwas anderes, europäisch oder einfach weltbürgerlich ist.

    Statt immer wieder irgendwelche Gertruds und Hansens „sprechen“ zu lassen, kämpft lieber dafür, dass russische, deutsche und andere EU-europäische Jugendliche gemneinsam die Themen anpacken, von deren Gelingen abhängt, ob die junge Generation überhaupt noch so etwas wie eine Zukunft haben wird.

    Der Vergangenheit sollte man dennoch gemeinsam gedenken, um sich zu vergewissern, dass Rassismus einfach dumm und gefährlich ist, Hybris auch und jeder, der nicht alle Menschen, unabhängig von Nationalität und Herkunft gelten lässt und den Frieden nicht als uns allen aufgetragene Notwendigkeit verteidigt, ein Verbrechen an der Menschheit begeht. Auch wenn diese Verbrechen unterm NATO-Stern statt unterm Hakenkreuz betrieben werden. Die Menschheit braucht Frieden und Kooperation.

    Wer das nicht begreift, sollte dahin gejagt werden, wo der Pfeffer wächst!

    • comment-avatar
      Horst Beger 4 Wochen

      Mit meinem Hinweis auf Huntingtons „Kampf der Kulturen“ und die von ihm aufgezeigten „Bruchlinien“ zwischen den Kulturen, die den Islam mit einschließen, habe ich wohl ins „Schwarze“ getroffen und kann verstehen, dass die Betroffenen empört sind.

      • comment-avatar
        Anja Böttcher 4 Wochen

        Wen meinen Sie, Herr Beger? Mich?

        Ich sehe, dass das reaktionäre Geschwätz Huntingtons vom „Kampf der Kulturen“ Blödsinn ist, weil ich, im Ruhrpott lebend wie Sie, jeden Tag mit mehr Muslimen zu tun habe als mit Menschen, die dem westlichen Christentum zugehören. Ebenso mit russisch, griechisch und serbisch Orthodoxen. Es gibt keine natürlichen Konfliktlinien zwischen den Menschen.

        Mit dem geopolitischen Affentheater, das eine Kontinuitätslinie in anachronistischen Elitenzirkeln bilden mag, haben normale Menschen nichts zu schaffen. Nur haben diese Elitenzirkel der Mehrheit der Menschen keine Lebenslogik mehr zu bieten, die sie ernähren. Und deshalb muss endlich mit diesen ideologischen Scheuklappen Schluss sein.

        Dieser Planet ist winzig für 9 Milliarden Menschen. Wir können es uns alle nicht mehr leisten, künstlich Probleme zu schaffen und darüber die wirklichen zu missachten. Das ist alles Altherrenlogik, mit der man keinen Hund mehr hinterm Ofen herlockt. Was sollen junge Leute damit anfangen?

        Wer den Spin-Doktoren der Konfrontationslogik etwas entgegensetzen will, der muss schlicht damit beginnen, die jungen Leute bei der Lösung der wirklichen Probleme dieser Welt zusammenzuführen. Alles andere ist reine Verschwendung von Energie.

        • comment-avatar
          Horst Beger 4 Wochen

          Die von Huntington vom zwölften Jahrhundert bis heute (zum Beispiel im Ukraine-Konflikt) aufgezeigten Kämpfe zwischen westlichem (römischen) und östlichem (russischen) Christentum waren meistens keine Konflikte „normaler Menschen“ sondern zwischen kirchlichen und politischen Institutionen. Wenngleich man feststellen muss, dass die Russen, wenn es darauf ankam, ihre Erde in all den Jahrhunderten erfolgreich gegen feindliche Übernahmen und fremde (antichristliche) Religionen verteidigt haben. Das mag für die gegenwärtigen „jungen Leute“, besonders wenn sie Muslime sind, keine große Rolle spielen, obwohl gerade diese dazu neigen, sich für religiösen Fanatismus instrumentalisieren zu lassen. Auf solche substanziellen Unterschiede der Religionen ist Huntington als Politologe jedoch nicht eingegangen.

  • comment-avatar
    Horst Beger 4 Wochen

    Einen Feind Russlands haben die Datscha-Philosophen nicht erkannt und benannt, nämlich „den jahrhunderte alten Kampf des westlichen (römischen) Christentums gegen das östliche (russische) Christentum“, wie der amerikanische Politologe Samuel Hunington diesen in seinem „Kampf der Kulturen“ von 1996 wieder aufgezeigt hat; wobei er auf den substanziellen Unterschied nicht näher eingeht.

    Deshalb wurde der Zweite Weltkrieg auch nicht durch den Hitler-Stalin Pakt von 1939 ausgelöst, sondern durch eine Intrige im Reichspräsidenten-Palais in Berlin um den päpstlichen Kammerherrn von Papen von der Zentrumspartei, die Hitler 1933 an die Macht gebracht hat, um ein „Bollwerk gegen den Bolschewismus“ zu schaffen. Und die Abgeordneten der katholische Zentrumspartei, das heißt die geistigen Väter der heutigen CDU/CSU haben Hitler anschließend zur Zweidrittelmehrheit für das berüchtigte Ermächtigungsgesetz verholfen, das Hitler uneingeschränkte Machtbefugnisse gab. Der von Hitler bereits in seinem Buch „Mein Kampf“ von 1928 angekündigte Holocaust wurde dabei billigend in Kauf genommen.

    Die aufgezählten Angriffe des Westens gegen Russland vom XVII. Jahrhundert bis heute, kann man daher um den Kampf und die Niederlage des Deutschen Ritterordens gegen Russland im XII. Jahrhundert ergänzen – von der heutigen Aufrüstung Deutschlands, Europas und der NATO gegen Russland ganz zu schweigen, deren Ziel es war und ist, „Amerika in Europa zu halten, Russland draußen zu halten und Deutschland klein zu halten“, wie der erste NATO-Generalsekretär das ausgedrückt hat.

    Der Sieg Russlands im Großen Vaterländischen Krieg war daher in erster Linie eine Verteidigung der (christlichen) „russischen Erde“ gegen die (antichristlichen) Angriffe des Westens, und kein Sieg über den Faschismus, wie die heutigen Russen und der Westen sich das am 8. Mai einreden lassen. Wer das genauer erfassen will, der lese die Erzählung „Der Großinquisitor“ des Dichterphilosophen Fjodor Michailowitsch Dostojewskij aus seinem letzten Roman „Die Brüder Karamasow“, einer Philosophie der Freiheit.

  • DISQUS: 0