Nazismus kommt nicht durch? Sieht so aus, als wäre er schon durch.

Nazismus kommt nicht durch? Sieht so aus, als wäre er schon durch.

In ihrer jüngsten Rede in Griechenland warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel Europa vor einer Katastrophe, die sich aus nationalistischer Politik und deutlich gestiegener nationalistischer Stimmung in verschiedenen europäischen Ländern ergeben könnte. Schon einmal habe der Nationalismus, der zum Nazismus heranwachsen kann, verheerende Folgen  gehabt.

„Viele Deutsche sagen, dass man sich um sich selbst kümmern müsse, und einige Griechen sagen ebenfalls, dass man sich um sich selbst kümmern werde“, fasste Frau Merkel zusammen. „Das ist gefährlich.“

Gut und schön. Stimmt. Wer sollte besser Bescheid wissen über die Gefahr des Nazismus als die Kanzlerin Deutschlands?  Es stimmt umso mehr, wie man leider sagen muss, als der Nationalsozialismus eine Produkt der europäischen Zivilisation ist. In den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstand er in vielen europäischen Ländern, was Europa in eine echte Katastrophe führte.

Aber worin liegt die Gefahr, wenn die Deutschen und auch die Griechen sowie andere Nationen sich um sich selbst kümmern?  Trotz der richtigen Worte der Kanzlerin gibt es Zweifel. Die rühren daher, dass Frau Merkel nicht von der Gefahr des Nazismus, sondern von der Wirtschaft und der Erhaltung der Europäischen Union sprach. Bedeutet der Rückzug eines Landes aus der Europäischen Union doch nicht, dass dort gleich Nazismus aufkommen wird.

Aber unterdes kommen in einigen Ländern der Europäischen Union und auch in Ländern, die in die Union eintreten wollen, bereits die alten Elemente des Nazismus an die Oberfläche. So musste beispielsweise die jüdische Gemeinde Litauens in Erinnerung an die Massenvernichtung von Juden durch die lokale Bevölkerung die Einrichtung einer Gedenktafel für Jonas Norejka aktiv ablehnen, einen litauischen Kollaborateur und Verbündeten Hitlers. Es war Noreyka, der während des Holocaust befahl, die Juden in das Shiaulia-Ghetto zu treiben, und dann befahl, sie alle zu erschießen. Aus unerfindlichen Gründen wurde ihm jedoch später der Titel eines Unabhängigkeitskämpfers verliehen. Eine Gedenktafel zu seinen Ehren ist noch heute installiert und hängt am Bibliotheksgebäude der Akademie der Wissenschaften. Weiß die Europäische Union das nicht?

Und da ist noch ein weiterer Unabhängigkeitskämpfer, Stepan Bandera. Bandera war während des Zweiten Weltkriegs Leiter der Organisation der Ukrainischen Nationalisten (OUN), die aktiv mit den Nazis zusammenarbeitete. Er war der Hauptinitiator der Massenvernichtung von Juden und Polen in den besetzten Gebieten. Am 11. Juli 1943 wurde eine Massenaktion gegen die polnische Bevölkerung in Wolyn durchgeführt, die als „Wolyn-Massaker“ bekannt wurde. Nach Angaben polnischer Historiker wurden in den Jahren 1943 – 1945 etwa 100.000 Menschen von ukrainischen Nationalisten ermordet. Der polnische Senat verabschiedete ein Gesetz über die strafrechtliche Verantwortlichkeit für die Propaganda der Ideen von Bandera. Im Juli 2018 sagte der polnische Präsident Andrzej Duda vor Journalisten nach dem Ende des NATO-Gipfels in Brüssel und zum 75. Jahrestag des Wolyn-Massakers, dass Personen wie der Oberbefehlshaber der Ukrainischen Aufständischen Armee (UUN-UPA), Schukevich und Bandera, Nazi-Verbrecher seien und „die direkte Verantwortung für Verbrechen gegen das polnische Volk tragen“.

Was ist die Antwort? Als Reaktion auf den Silvesterabend ordnete das ukrainische Bildungsministerium an, dass Geschichtsbücher so umgeschrieben werden, dass alle Hinweise auf die Gräueltaten der Anhänger Banderas in den Jahren 1930-1950 und ihre Zusammenarbeit mit den Hitleristen verschwinden. Als Ergebnis davon stehen in der Ukraine heute Denkmäler für Bandera und  Schukevich. Straßen werden nach ihren  Namen benannt. Der erste Januar wurde zu einem staatlichen Feiertag zu Ehren von Stepan Banderas Geburtstag.

Weiß man in der Europäischen Union auch davon nichts? Oder zwingen finanzielle und politische Interessen, die Augen vor den wieder aufkommenden Nazis zu verschließen,  und sie wieder Kämpfer für Unabhängigkeit und Demokratie nennen?

Das Niveau des Nationalismus in den europäischen Ländern spiegelt immer das Niveau der Krise wider. Offensichtlich gibt es heute wieder eine Krise in Europa. Nur welcher Art? Wirtschaftlich? Ideologisch? Oder vielleicht eine Krise der Unabhängigkeit? Und wenn ja, wer wird die Europäische Union aus dieser Krise retten?

Efim Berschin

Übersetzung: Kai Ehlers

zum russischem Original >>>

 

COMMENTS

WORDPRESS: 10
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    Sofern mit der „europäischen Union“ die Ebene der politischen Funktionsträger gemeint ist, ist es völlig unmöglich noch festzustellen, ob die im Ansatz noch irgendetwas begreifen oder reflektieren können. Denn alle Vernunft, Ethik und Empathiefähigkeit scheint aus dem Bewusstsein dieser Menschen verschwunden zu sein.

    Denn in der Tat ist die Wiederkehr des offenen hässlichen und vulgären Neonazismus das Produkt djener Politik, die sich zwar rhetorisch als Inbegriff von Demokratie und Rechtstaatlichkeit permanent feiert, in Wirklichkeit aber bereits das Fundament untergraben hat, von dem aus beides überhaupt einen Sinn ergibt.

    Die Verursachung des Neonazismus durch die hegemoniale Politik erfolgt durch zweierlei Weise: Erstens wurde schamlos das Wiedererstarken dieser Phänomene als geostrategisches Mittel gefördert, wo er die Schwächung geopolitischer Gegner oder die Destabilierung strategisch wichtiger Regionen ermöglichte. Hierin funktioniert der Neonazismus ähnlich wie der wahabisch geprägte Islamismus: Durch ihn lassen sich Staaten, an deren kompakter Existenz kein Interesse mehr besteht, prima destabilisieren, andererseits bietet er einen Vorwand, jederzeit wieder einen westlichen Interventionschalg zu legitimieren, wo er gewollt wird.

    Das taktische Verhältnis von nazistischen Strukturen zu den USA geht schließlich bereits auf die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, als die Altnazis über die Rattenlinie nach Kanada und Lateinamerika geschmuggelt wurden, wenn sie nicht für US-loyale Institutionen (wie den BND) oder Gladio-Netzwerke in Europa benötigt wurden.

    Auch erhielten sie durchgehend auf dem amerikanischen Kontinent reichlich Unterstützung, sodass sie auch drei Generationen später für den operativen Einsatz im Osten Europas zur Vefügung standen. Zum anderen aber ist der Nazismus nichts als der ’schwarze Zwillung‘ und der Eskalationsmodus derjenigen Logik, die uns bereits im Neoliberalismus in die Zähne geprügelt wurde.

    Er ist die offenste Form der Missachtung der Menschenwürde und der Rückkehr zu einer sozialdarwinistischen Logik, die Menschen nur noch antagonistisch zueinander in Beziehung setzt. Strukturell unterscheidet sich die Ideologie von Neoliberalismus und Nazismus auch weniger, als die meisten Menschen glauben. Ich verstehen den Satz von Max Horkheimer, der schrieb, dass wer vom Kapitalismus nicht reden wolle, über den Faschismus schweigen solle.

    Der auf dem geistlosen Triumph durch Zerstörung und Mord setzende Nazismus ist die negative Kopie des Neoliberalismus, die jenen erst hervorbringt. Der gleichfalls durch und durch sozialdarwinistische Neolieralismus in Gestalt der „marktkonformen Demokratie“, der sich als „alternativlos“ postulierte, postulierte damit zugleich, dass außer ihm, dem neuen makro- und mikro-ökonomischen „Naturprinzip“ nur die absolute Negation existieren könne. Damit schuf er sogleich als Option der einzig möglichen sozialen Existenzform für die durch ihn Marginalisierten eine, die alles, was er sich an legitimatorischen Attributen anhaftet (wie „Freiheit“, „Toleranz“, „Globalität“ ect), radikal verneinen.

    Der „alternativlose“ PR-Diskurs des Neoliberalismus ist ein dualistischer, der nach der Freund/Feinddefintion Carl Schmitts verfährt und in strengen Dichotomien befangen bleibt. Diese Dichotomien formen dann seinen ihm immer schon inhärent seienden Counterpart, der jedoch strukturell zu ihm identisch ist. Jedes auf Antagnismen beruhende Spiel, bringt nämlich Counterparts hevor, die dem Positiv gleichen: Ein Spiel ist nun einmal nicht möglich, wenn die eine Seite Schach, die andere Poker spielt. Der also durch den Neoliberalismus hervorgebrachte Faschismus ist also durchaus auch marktradikal. Er ist auch sozialdarwinistisch – und hierarchisch, wie die neoliberal hervorgebrachte primär monetär sich definierende Hierarchie. Nur kehr er, weil er die vertritt, die fürchten, durch den Neoliberalismus ins Hintertreffen zu geraten, die sozialdarwinistischen Kriterien um: Anstellle ökonomischer Muskularität setzt er physische. Statt der sozial Entrechteten sondert er die enthnisch exkludierten Minoritäten aus. Aber das Prinzip ist das gleiche.

    Wir leben in einer bis zur Surrealität dysfunktionalen sozialen Wirklichkeit. Deren Eliten sind so wenig bereit, diese Dysfunktionalität zur Kenntnis zu nehmen, dass sie lieber die Welt in einem vergeblichen Eskalationscoup zugrunderichten, als sich der Fehlerhaftigkeit der eigenen Weltsicht einzugestehen. Dieser Prozess wird durch ihre „schwarzen“ Pendants nur beschleunigt.

    Wir brauchen ein Ende der Logik, die den Menschen auf das Übertrumpfen anderer Menschen reduziert. Wir brauchen ein Ende des Verdrängungswettbewerbs und den radikalen Neuanfang des solidarischen Handelns. Wir brauchen Kooperation, statt Konfrontation. All dies ist aber mit dem sozialdarwinistischen Lebensmodus moderner industrieller und postindustrieller Gesellschaften nicht zu vereinbaren.

    Hooligans teilen mit Kapitalisten die Eigenschaft, die Verdrängung für die einzige mögliche Existenzform zu halten. Das aber bringt uns an den Rande des Exodus. Ob die europäische Union irgendetwas merkt? Hauptsache wir merken, was Sache isz – und endlich durch äußersten Protest unsere Regierungen dazu zu zwingen, mit der kollektiven Selbstzerstörung aufzuhören.

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    Host Beger 3 Monaten

    Die Tatsache, dass die Transatlantiker nicht zwischen den Verbrechen des Hitler-Regimes und den Verbrechen des Sowjet-Regimes unterscheiden können oder wollen, zeigt deren historische Unkenntnis oder Realitätsleugnung. Denn Hitler ist nicht vom Volk gewählt worden (die Nationalsozialisten hatten vor der In-Machtsetzung Hitlers nur einen Stimmanteil von 30%) sondern durch eine Intrige im Reichspräsidentenpalais um den „Päpstlichen Kammerherrn“ von Papen von der Zentrumpartei, das heißt von den geistigen Vätern der heutigen CDU/CSU an die Macht gebracht worden. Und die katholische Zentrumspartei hat Hitler anschließend zur 2/3-Mehrheit für das berüchtigte Ermächtigungsgesetz verholfen, das ihm uneingeschränkte Machtbefugnisse gab und seine Verbrechen erst möglich gemacht hat. Das Sowjet-Regime ist jedoch durch eine Volkserhebung an die Macht gekommen, und die deutsche Reichsregierung hat durch die Einschleusung und Finanzierung Lenins aus militärtaktischen Gründen mit dazu beigetragen, was die ganze Scheinheiligkeit der heutigen CDU/CSU zeigt und, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus keineswegs aufgearbeitet sind.

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      Frank Werner 3 Monaten

      Es gibt keine Opfer erster und zweiter Klasse. Den Opfern dürfte es herzlichst egal sein, ob sie Opfer des braunen oder roten Terrors wurden.

      Leider wurde in der Wahl 1932 die NSDAP mit Abstand stärkste Kraft. Hitler hat sich im ersten Schritt mitnichten an die Macht geputscht. Nach Papierlage war es – so bedauerlich es ist – rechtens (gerade wurde in Brasilien auch ein Präsident mit einer rechtsextremen Agenda demokratisch gewählt – das ist mehr als besorgniserregend).

      Das Sowjet-Regime ist nicht durch eine Volkserhebung an die Macht gekommen, sondern durch einen Putsch gegen die provisorische Regierung. In den Sowjets haben Menschewiki und Sozialrevolutionäre die Mehrheit und den Bolschewisten unter Lenin war klar, dass sie keine Mehrheit auf legalen Wege erlangen würden.

      Und würde Ihrer Meinung nach etwa die Machtergreifung durch eine „Volkserhebung“ den folgenden Terror rechtfertigen?

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        Es ist eine absolute Perfidie, wenn Nachfahren von Anhängern des braunen Völkermords die Dreistigkeit aufbringen, auf einer der deutsch-russichen Verständigung gewidmeten Seite gechichtsrevisionistisch den Vernichtungskrieg und die Absicht der Auslöschung der russischen Zivilisation zu relativieren: Der Angriffkrieg Nazi-Deutschland, der mit dem Generalplan Ost die Elimination eines Drittels der sowjetischen Bevölkerung, die Vertreibung eines weiteren Drittels und die Degradierung des Rests zu illiteraten stumpfen Arbeitstieren das Kernprojekt einer selbsterklärten Nation von Herrenmenschen war, ist für jeden Menschen, der auf der Menschenrechtscarta der Vereinten Nationen steht, mit nichts in der Menschheitsgeschichte vergleichbares Verbrechen. Und konstitutiv war dieses Verbrechen übrigens auch für das Vorhaben der Vernichtung der europäischen Juden, die just ein Bestandteil dieses „Generalplan Ost“ waren. Denn der großflächige Massenmord, der in Auschwitz kulminierte, fand just in der Ukraine und Weißrussland seinen Ausgang, als der „Blitzkrieg im Osten“ im September 1941 vor Moskau zum Stocken kam.

        Es ist an Widerwärtigkeit nicht zu überbieten, wenn Nachkommen von Tätern sich anmaßen, revisionistisch die Verbrechen des Nationalsozialismus herunterzuspielen und dadurch die Opfer zu verhöhnen. Der US-amerikanisch-litauisch-jüdische Historiker Dovid Katz, der in Unterstützung durch Yad Vashem seit Aufkommen der revisionistischen „Red-is-brown“-Hypothese in Litauen sein Institut „Defending History“ aufgemacht hat, spricht berechtigt in diesem Kontext von „Holocaust Obsfuscation“, die er als gravierender denn die plumpe Holocaust-Leugnung erachtet – die auch in Israel mit äußerster Alarmiertheit und Sorge beobachtet wird.
        http://www.holocaustinthebaltics.com/2009SeptDovidKatz3Definitions.pdf
        https://www.tabletmag.com/jewish-news-and-politics/259677/lithuanias-museum-of-holocaust-denial

        Eine niederschmetternde Analyse des Versuchs des US-amerikansichen Publizisten Thimothy Snyder, revisionistischen Kräften in Baltikum und Ungarn eine legitimatorische Grundlage zu verleihen, leistete übrigens der Münchener Historiker (LMU München) Jürgen Zarusky in einer 35seitigen Rezension.
        http://defendinghistory.com/wp-content/uploads/2012/08/Zarusky-reviews-Bloodlands.pdf

        Was die Oktoberrevolution betrifft: Kein einziger solider Historiker, der sich seit der Öffnung der rusisschen Archive durch die vollständige Aktenlage hindurchgearbeitet hat, zieht heute ansatzweise noch in Zweifel, dass der unter der Führung der Bolschewisten durchgeführte Aufstand die Unterstützung der Mehrheit der russischen Bevölkerung hatte, die ein Ende der russischen Beteiligung am ersten Weltkrieg wollte – was Kerensky, unter US-amerkanischem und englischem Einfluss stehend, nicht fertig brachte. Zudem zeigte sich die provisorische Regierung unfähig, dringende soziale Probleme zu lösen.
        https://www.amazon.com/Bolsheviks-Power-First-Soviet-Petrograd/dp/0253220424#reader_0253220424

        Da just diese Frage international aufgeladen war, so wollten die Briten und die USA Russland umbedingt als zweite Front im Krieg gegen Deutschland halten, ungeacht dessen, was dies für die russische Bevölkerung bedeutete, während die Deutschen einen Separatfrieden wollten, sozialrevolutionäre Tschechen unter britischem Einfluss Kerensky halten wollten und Japan russische Schwäche aus eigenen geostrategischen Aspirationen nutzen wollte, eskalierte diese innenpolitische Frage zu einem blutigen Bürgerkrieg, bei dem es ebenso wenig fraglich ist, dass beide Seiten, die Weißen wie die Roten, Terror gegen die Bevölkerung ausübten, sich aber dennoch, wegen der Frage des Kriegsendes, aber auch wegen der Frage der Bodenreformen, eine Mehrheit hinter die Bolschewiki stellte. Einen „legalen Weg“ gab es in dieser geopolitischen Gemengelage für keine Seite – und wer so tut, nur weil er deutsche Schuld reinwaschen will, hat je jede Legitimität verloren, da sein allzu offensichtlicher Versuch, im Sinne der Definition von StGB § 130 (4.), die Würde der slawischen Opfer des nationalsozialistischen Massenmords zu verhöhnen, auch mit unseren Gesetzen nicht konform geht.

        Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, was Sie auf dieser Seite zu schaffen haben. Geht es Ihnen darum, durch deutschen Geschichtsrevisionismus den Frieden zwischen Deutschland und Russland zu stören?

        Auch dies weist Sie als jemand aus, der offensichtlich auf Kriegsfuß mit dem Grundgesetz steht. Den dessen Friedensverpflichtung lautet:

        „Artikel 26

        (1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“

        Auch der Münchener Histoi

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        Horst Beger 3 Monaten

        Mit diesem Kommentar beweist sich Herr Werner einmal als jesuitistischer Gechichtsklitterer.

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    Frank Werner 3 Monaten

    Dem Anliegen, dass Verantwortliche der beschriebenen Verbrechen als solche benannt, verurteilt und nicht sogar noch Ehrungen erhalten, ist absolut Zustimmenswert.

    Dem Vorbringen der Forderung würde mehr Glaubhaftigkeit verliehen, wenn im gleichen Atemzug ebenso diese Forderung für die Verbrechen im Namen der „roten“ Diktatur seit 1917 erhoben würde.

    Aber die Aufarbeitung letzteres findet in Russland derzeit nicht oder bestenfalls rudimentär statt, Verbrechen werden ebenfalls negiert, Stalin wieder auf Sockel gehoben.

    Historische Forschung ist in dem Bereich, da in Abhängigkeit vom Ergebnis strafbewehrt, u.U. nicht mehr ergebnisoffen möglich.

    Und wenn das Niveau des Nationalismus in den europäischen Ländern immer das Niveau der Krise wiederspiegelt, wie groß ist die Krise dann in Russland?

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      Mit dieser plumpen Lüge beweist Herr Werner eindrucksvoll, dass er ncht nur bar jeder Kenntnis über die Gegenstände seiner undiffernzierten Unterstellungen ist, sonder einfach und allein hier und auf anderen Foren unterwegs ist, um seinem dumpfen Kollektivhass gegen Land und Leute Ausdruck zu verleihen.

      Die Lüge, es gäbe irgendein Kapitel der sowjetischen Geschichte, dessen ergebnisoffene universitäre Erforschung strafgesetzlich oder politisch vereitelt wäre und deshalb unterbliebe, ist schlicht falsch und entbehrt aber derart jeder Grundlage, dass ein Mensch, der einen solchen verlogenen Schwachsinn von sich gibt, damit offen demonstriert, dass er nichts als üble Nachrede und Verleumdung aus blankem Hass anstrebt.

      Die Erforschung der Geschichte der Sowjetunion findet nicht nur innerhalb Russlands weiter intensiv statt und ist auch gut dokumentiert, sondern erfolgt auch in enger Kooperation mit deutschen Historikern. An deutschen Historikern, die nicht nur gemeinsam mit russischen Kollegen zu Stalinismus, sowjetischer Agrarwirtschaft, 2. Weltkrieg, sowjetischer Politik in Osteuropa und der DDR forschen und publizieren, sondern auch regelmäßig gemeinsame Konferenzen mit ihnen abhalten, fallen mir spontan ein:

      Der an der Universität Jena lehrende Jörg Ganzenmöller (Forschungsschwerpunkte: Nationalsozialistische Vernichtungspolitik im Zweiten Weltkrieg, Stalinismus in der Sowjetunion, Die Erinnerung an Krieg und Diktatur im östlichen Europa, Europäischer Diktaturenvergleich sowie Russisch-polnische Beziehungen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert)
      https://www.amazon.de/s/ref=dp_byline_sr_book_1?ie=UTF8&text=J%C3%B6rg+Ganzenm%C3%BCller&search-alias=books-de&field-author=J%C3%B6rg+Ganzenm%C3%BCller&sort=relevancerank

      – der hamburger Historiker Stephan Merl (Forschungsschwerpunkte: Kommunikation in Diktaturen, Agrar- und Kolchosepolitik in Sowjetunion und DDR, Sowjetisierung und Destalinisierung in Osteuropa und der DDR)
      https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_fb_1_12?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=stephan+merl&sprefix=stephan+merl%2Cstripbooks%2C197&crid=3JC4Y1S98Q2XK

      – Jürgen Zarusky, gleichfalls vom IfZ München (Forschungsschwerpunkte: Nachkriegsrezeption von 2. Weltkrieg und Nazismus in Deutschland und Russland, nationalsozialistiche Justiz und sowjetische Justiz unter Stalin, Stalinismus in Deutschland)
      https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=j%C3%BCrgen+zarusky

      – Andreas Hilger, Professor in Köln, Dresden und Heidelberg (Forschungsschwerpunkte: sowjetische Kriegsgefangene in Nazideutschland und deutsche in der Sowjetunion, sowjetische Militärtribunale, sowjetische Besatzungspolitik in der SBZ und DDR, Sowjetunion und Dritte Welt)
      https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=andreas+hilger

      – Elke Scherstjanoi, gleichfalls IfZ München (Forschungsschwerpunkte: sowjetischer Einmarsch in Deutschland aus Sicht der ostdeutschen Bevölkerung und der Rotarmisten, Sowjetisierung der DDR, Geschichte der „Russenkinder“ im Nachkriegsdeutschland, Erfahrungen deutscher Kriegsgefangener)
      https://www.amazon.de/B%C3%BCcher-Elke-Scherstjanoi/s?page=1&rh=n%3A186606%2Cp_27%3AElke%20Scherstjanoi

      Alle diese Historiker und die mit Ihnen kooperierenden, konferierenden und publizierenden russischen Kollegen erfreuen sich nicht nur jeder Möglichkeit, in Russland frei zu arbeiten und darüber berichten zu können, sondern die deutschen unter ihnen haben nicht nur Forschungssemester dort verbingen können, sondern auch Gastprofessuren, Ehrenmitgliedschaften un dortigen Universitäten und regelmäßige Teilnahme an Symposien wahrnehmen können.

      Es ist schon bemerkenswert, wenn primitiver Hass einen Menschen derartig antreibt, so stumpfe, widersinnige und primitive Lügen von sich zu geben, dass man ihn in seinem Bestreben, sich abgrundtief zu blamieren, als völlig schmerzfrei bezeichnen muss. Unfassbar! Es scheint wirklich Deutsche zu geben, die es nicht ertragen können, ausgerechnet von „russischen Untermenschen“ vom Elend des Nazismus befreit worden zu sein.

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        Publizist Aleksander Minkin zu dem Gesetz gegen sogenannte „Geschichtsverfälschung“:

        „Der Große Terror der 30er-Jahre ist bei uns ebenso wenig verurteilt worden wie die Zwangskollektivierung, die Vernichtung des Bauerntums damals. Die Verbrechen des Stalinregimes sind nicht gebrandmarkt worden. Und jetzt wollen wir jemanden strafrechtlich verfolgen, der dazu etwas äußern möchte. Vielen Dank, dass ich mich wenigstens hier noch einmal aussprechen konnte, bevor das Gesetz in Kraft getreten ist. Es dürfte wohl kaum rückwirkend gelten.“

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          In voller Entsprechung zu und Anlehnung an den deutschen Volksverhetzungsparagraph gemäß StGB § 130 (3) und (4), der „[m]it Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe […] bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost“ und mit „Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe […], wer öffentlich oder in einer Versammlung den öffentlichen Frieden in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise dadurch stört, dass er die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt“, gibt es in der Russischen Föderation ein Strafgesetz, das die „öffentliche Rehabilitation des Nazismus und die Leugnung der vom Nürnberger Prozess festgestellten Tatsachen“ zu einer Straftat erhebt. Strafbar ist auch die Schändung von Gedenktafeln zur Würdigung von Opfern natioalsozialistischer Verbrechen – wie gleichfalls bei uns.

          Die Kommission, die dieses Gesetz ausgearbeitet hat, wurde übrigens von President Medwedew ins Leben gerufen, nicht unter Putin.

          Dass angelsächsische Länder auch das deutsche Strafgesetz zur Volksverhetzung für einen Eingriff in die Meinungsfreiheit halten, hat noch nie etwas daran geändert, dass diesen Straftatsbestand in Deutschland alle politischen Kräfte jenseits der NPD für richtig halten.

          Ein anderes Gesetz als das oben zitierte betreffs der Leugnung nationalsozialistischer Gräuel hat es zu historischen Darstellungen in Russland noch nie gegeben.

          Wo Sie politisch stehen, wenn Sie hier fälschlicherweise behaupten, als ob die Meinungsäußerung eines russichen Liberalen, der offensichtlich das angelsächsische Verständnis von Meinungsfreiheit teilt, was ja sein gutes Recht ist, als Beleg dafür zu werten sei, als sei in Russland die Erforschung von Terror unter Stalin verboten, wird dadurch mehr als nur deutlich. Denn es ist glatt gelogen.

          Publikationen deutscher Historiker, die mit russischen Kollegen an russichen Universitäten forschen, publizieren und konferieren, welche just zum Stalinismus forschen, habe ich bereits verlinkt. Sie alle haben Zugang zu russichen Archiven nur mit aktiver Unterstützung auch der Exekutive, deren Archive sie ja nutzen müssen.

          Dass Repressionen unter Stalin aktiver Teil der russischen Museumslandschaft sind, zeigt als prominentestes und größtes der diesbezüglichen Museen z.B. das Gulag-Museum in Moskau.
          https://gmig.ru/en/

          Es wird mit Geldern des russischen Kultusministeriums finanziert.

          Gleichfalls auf deutsch-russischen Regierungsvereinbarungen basiert das Online-Projekt 100(0) Dokumente der deutschen und russischen/sowjetischen Geschichte, an dem neben einer russischen und einer deutschen Universität (Erlangen) auch die Bayrische Staatsbibliothek beteiligt war. Es zeigt sowohl Originaldokumente des nazistischen Vernichtungskriegs wie zu den stalinistischen Säuberungen in Faksimilies.
          https://www.1000dokumente.de/index.html?c=1000_dokumente_ru&viewmode=0&l=de&von_treffer=60&bis_treffer=69

          Auch die „oral history“ von Memorial, die ja primär dem Stalinismus gilt, ist allgemein bekannt und frei zugänglich.
          https://www.memo.ru/en-us/

          Dass russische Nationalisten über diese Projekte ebenso denken, wie deutsche Nationalisten über die Münchener Ausstellung zu den Verbrechen der Wehrmacht, versteht sich. Nützt ihnen aber genauso wenig.

          Fakt ist: Sie haben keine Ahnung von der Gesetzeslage, keine Ahnung von den Tätigkeiten russischer Historiker, keine Ahnung vom russischen Diskurs über solche Fragen.

          Sie lügen also völlig faktenfrei in der Gegend rum und posten irgendwelche Meinungsäußerungen, die Sie aus dem Kontext der öffentlichen Diskussion gerissen haben, in der Hoffnung, Sie könnten damit durchkommen, diese als Belege für etwas ausgeben zu können, was Sie frei auf der Grundlage Ihres Ressentiments erfunden haben.

          Dass Sie in dieser Haltung seid Jahren in Foren unterwegs sind, um permanent Hass gegen ein Land zu streuen, indem Ihre Vorfahren mit dem Vernichtungskrieg das größte Massenverbrechen aller Zeiten begangen haben, lässt tief blicken. Hunderttausende Mörder an russischen Zivilisten gibt es in unserem Land. Offensichtlich wurden einige hier in einem offen revanchistischen Hass erzogen, weil sie es nicht ertragen, dass die verachteten „russischen Untermenschen“ in vollstem moralischen Recht nicht nur dieses Land besiegt, sondern damit die Deutschen selbst von der schwersten Geißel der Menschheitsgeschichte befreit zu haben.

          Dass eine in suprematistischem Hegemonialwahn kriegerisch eskalierende USA nun Russland brechen und zerstören möchte, ist für solche Leute eine ungeheure revanchistische Verlockung ersten Ranges. Offensichtlich wollen sie um jeden Preis, auch den der völligen nuklearen Vernichtung des eigenen Landes, das noch gelänge, womit Hitler gescheitert ist.

          Ich kann mir keine niedrigere Gesinnung vorstellen.

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    Die Opfer während des 2.Weltkrieg dürfen nie vergessen werden.Nie wieder Faschismus und Massenmord in Europa! ! ! Faschisten waren Verbrecher und Mörder.Keine Ehrung von Faschisten!!!! ! Aufklärung und Wahrheit verbreiten über Faschismus! !